95 Prozent der SN-Leser wollen, dass der Kanzler den Hut nimmt

Die Stimmung gegen Bundeskanzler Werner Faymann ist nach den unrühmlichen Vorkommnissen rund um den U-Ausschuss aufgeheizt. Wie berichtet, wollen laut Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes market 91 Prozent, dass der SPÖ-Vorsitzende im U-Ausschuss aussagt. Noch deutlicher äußern sich nun die Leser der Salzburger Nachrichten (SN), die auf die Frage dieser Zeitung, „Ist Faymanns Inseraten-Affäre ein Rücktrittsgrund“, zu 95 Prozent mit „Ja“ antworteten. Während sich die öffentliche Meinung klar positioniert, tappen SPÖ-Politiker in ihrer Beschützerrolle für Faymann von einer Peinlichkeit in die nächste. Höhepunkt: SPÖ-Klubobmann Josef Cap wirft dem Justizministerium in der Inseraten-Causa sogar Amtsmissbrauch vor.

Im Blog von Andreas Unterberger schreibt dieser unter dem Titel „SN-Leser sind klüger“, dass eine Abstimmung über ein Thema noch nie zuvor ein so klares Ergebnis gebracht habe. Unterberger, früher Chefredakteur der Presse und der Wiener Zeitung, diskutiert jeden Freitag in den Salzburger Nachrichten mit der ehemaligen Standard-Journalistin Katharina Krawagna-Pfeifer über ein aktuelles Thema. Danach können die Leser auf der Internet-Seite der Zeitung elektronisch abstimmen, wessen Standpunkt sie einnehmen.  Auf seinem Blog berichtet Unterberger nun über ein erstaunliches Ergebnis:

Diese Abstimmung hat noch nie ein so klares Ergebnis gebracht wie beim letzten Mal. Denn auf die Frage „Ist Faymanns Inseratenaffäre ein Rücktrittsgrund?“ unterstützten nicht weniger als 341 von 358 Lesern meinen Standpunkt. Das sind mehr als 95 Prozent der Abstimmenden. Jetzt muss ich wohl demütig genug sein um zuzugeben: Das liegt zweifellos weniger an meiner lichtvollen Argumentation, sondern vor allem an der überwiegenden Überzeugung der Salzburger Leser in der Sache: Dieser Kanzler muss gehen.

Mittlerweile sind zahlreiche weitere Stimmen dazugekommen. Unterberger liegt jedoch weiter bei 95 Prozent Zustimmung.

Cap wirft Justizministerin Karl Amtsmissbrauch vor

Die SPÖ versucht indessen, rund um den angeschlagenen Faymann einen Schutzgürtel aufzubauen. Am eifrigsten agiert in dieser Sache SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Dieser sagte in der Presse, dass die Ermittlungen gegen Bundeskanzler Werner Faymann vom ÖVP-geführten Justizministerium künstlich verlängert worden seien. In Richtung von Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) meinte er: „Und wenn ein Staatsanwalt nach sehr, sehr langen Erhebungen zu dem Schluss kommt, dass das Verfahren einzustellen ist, dann entsteht hier ehrlich gesagt schon die Vermutung, dass das einen politischen Hintergrund hat.“ Karl wies diese Unterstellung auf das Schärfste zurück. Der Politologe Peter Filzmaier konnte diese Aussage von Cap kaum fassen. In der ORF-Sendung „Im Zentrum“ hielt er es für bedenklich, dass Cap der Justizministerin Amtsmissbrauch vorwerfe.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

  Dieses Video könnte Sie auch interessieren:
Copy link