Entflohener Häftling darf zurück in den “Luxus-Häfen”

Das Landeskriminalamt Wien hat diese Woche auf dem Naschmarkt den 37-jährigen Skender S. verhaftet. Der Mann war nach einem Freigang aus der Justizanstalt Sonnberg in Niederösterreich nicht mehr zurückgekehrt – seither dürfte er als Räuber ganz Wien unsicher gemacht haben. Als die Handschellen klickten, leistete der wegen Drogendelikten, Diebstählen, Urkundenunterdrückung und Veruntreuung Verurteilte keinen Widerstand. Wieso auch? Die Kriminalbeamten bringen ihn ja nur in seine alte Herberge zurück: In einen "Fünf-Sterne-Knast" in der Nähe von Hollabrunn.

Warum ergreift jemand kurz vor Ende einer Freiheitsstrafe bei einem Freigang die Flucht und überfällt dabei – so der Verdacht – mehrere Banken und Supermärkte? Schaut fast so aus, als wollte Skender S. seinen „Urlaub“ im Schlösschen Sonnberg mit Absicht verlängern. Wer nämlich in diesem Gebäude aus der Spätrenaissance seine Strafe absitzt, dem fehlt es offenbar an nichts. Ähnlich wie im Designer-Gefängnis in Leoben (Steiermark), wo es bunte Sofas, großzügige Sportanlagen, Bibliothek, einen Multimediasaal und Kuschelräume für Pärchen-Sex gibt, fühlt sich die Justizanstalt Sonnberg nicht wie ein Gefängnis, sondern eher wie eine Wellness-Oase an. „Theatergruppen, Sport, Sprachkurse und Diavorträge lassen die Zeit wohl fast wie im Flug vergehen, Gruppentherapien runden das Angebot ab,“ schreibt die Kronen Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Das dazugehörige Leserforum auf krone.at war von Anfang an geschlossen. Wohlwissend, dass es hierzu keine Freundlichkeiten zu lesen geben würde.

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