Ex-ÖBB Manager Wehinger belastet Faymann in Inseratenaffäre

Ein neuer Schatten fällt in der Inseratenaffäre auf Bundeskanzler Werner Faymann. Grund dafür ist ein ausführliches Interview der Wochenzeitung Falter mit dem ehemaligen ÖBB-Personenverkehrsvorstand Stefan Wehinger. Wehinger war in der Amtszeit Faymanns einer der Hauptbetroffenen der Inseratenaffäre, richteten sich die geschalteten Inserate doch gegen die Leistungen seines Unternehmensbereiches. Gleichzeitig musste er für die durch Verkehrsminister Faymann über seinen Kopf hinweg geschalteten Inserate auch noch bezahlen. Grund genug, jetzt gegen seinen ehemaligen Eigentümervertreter auszupacken. Von geheimen Kommandounternehmen bis hin zur Existenzbedrohung kommt dabei alles vor, was ein roter Parteiapparat gegenüber unwilligen Staatsdienern einsetzen kann.

Faymanns Inserate waren „geheimes Kommandounternehmen“ gegen ÖBB

Ex-ÖBB Personenvorstand Wehinger schildert im Falter-Interview die Inseratenkampagne als quasi „geheimes Kommandounternehmen“. Weder ÖBB-Management noch Unternehmenskommunikation hätten von Faymanns Inseraten irgendeine Vorahnung gehabt. Man sei von den Inseraten in den Tageszeitungen Krone und Österreich gleichermaßen überrascht gewesen. Auf die Frage des Falters, ob Wehinger und Co. von der Aktion wussten:  "Nein. Kein ÖBB-Manager wusste meines Wissens davon. Und auch die Marketingabteilung war überrascht."

Faymann pfuschte mit Inseraten in ÖBB-Kommunikationsstrategie hinein

Nicht genug , dass Faymann seine Inserate über die Köpfe der ÖBB hinweg in Auftrag gegeben hatte, er „pfuschte“ mit den Inhalten auch noch massiv in die ÖBB-Kommunikationsstrategie hinein. Mit Negativschlagzeilen, auf die der selbsternannte „ÖBB-Ombudsmann“ Faymann antwortete, unterlief er sämtliche Image-Kampagnen, die die ÖBB gerade aufgesetzt hatte. Darüber hinaus bescherte das „Ombudswesen“ des roten Verkehrsministers den ÖBB neben den reinen Inseratenkosten auch noch zusätzlichen Aufwand. Laut Wehinger waren bis zu acht ÖBB-Kommunikationsmitarbeiter damit beschäftigt, über ein halbes Jahr lang tausende von Briefen an den ÖBB-Ombudsmann Faymann zu beantworten. Dieser hatte die Beantwortung der via Kronen Zeitung an ihn gerichteten Leserbriefe einfach an die ÖBB-Unternehmenskommunikation delegiert.

Massiver Ärger in der ÖBB wegen Bezahlung der Faymann-Inserate

Nachdem dem ÖBB-Management mitgeteilt wurde, dass die Inseratenkampagne aus den Kommunikationsbudgets des Verkehrsunternehmens zu bezahlen sei, fing der Ärger in der ÖBB erst richtig an. Die Inserate zahlte formal zwar die ÖBB-Unternehmensholding, die jeweiligen Marketingbudgets der einzelnen Bereiche, wie etwa der Personenverkehr musste laut Wehinger anteilig zu diesen Kosten beitragen. Insgesamt ging es um bis zu 700.000 Euro für Printmedienwerbung. Vom Gesamtjahresbudget für Printwerbung bei der Gesamt-ÖBB floss somit allein ein Drittel in die Faymann-Inseratenaktion.

Ostermayer „nötigte“ Wehinger quasi zum Stillhalten bei Inseraten

Interessant auch Wehingers Schilderung eines Gesprächs mit dem damaligen Kabinettschef von Faymann im Verkehrsministerium, Josef Ostermayer. Über Vermittlung von Christian Pöttler, dem Chef des SPÖ-nahen Echo-Medienerlags kam es zu einem Treffen mit Ostermayer. Laut Wehinger soll ihn dieser abgekanzelt haben und indirekt sogar seinen Verbleib im ÖBB-Management mit seinem Stillhalten in der Inseratenfrage verknüft haben. Damit begab sich der aufgeschreckte Palatin Faymanns offensichtlich sogar in die Nähe der Nötigung.

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