Elsner bringt Milliardenklage wegen BAWAG-Deal ein

Paukenschlag durch Ex-BAWAG-General Helmut Elsner: Über seine Anwälte brachte Elsner eine Betrugsklage mit einem Streitwert von 1,8 Milliarden Euro vor einem New Yorker Gericht ein. Als Beschuldigte werden eine ganze Reihe von Protagonisten aus dem Umfeld des BAWAG-Skandals und des Verkaufs an den Hedgefonds Cerberus geführt. Elsner möchte den seinerzeit überhastet abgeschlossenen Refco-Deal neu aufrollen. Bis heute liegen die Details dazu im Dunkeln. Auch parlamentarische Anfragen an die zuständigen ÖVP-Minister Beatrix Karl (Justiz) und Maria Fekter (Finanzen) hatten bisher keine ausreichende Aufklärung gebracht.

Elsner packt gegen Widersacher aus

Im Nachrichtenmagazin Format packt Helmut Elsner gegen seine Widersacher in der BAWAG-Causa aus und nimmt vor allem den seinerzeit zwischen der BAWAG, dem ÖGB als BAWAG-Eigentümer und den Refco-Gläubigern abgeschlossenen Vergleich aufs Korn:

Seit der Haft bemühe ich mich durch Aufarbeitung des Bawag-Aktes und durch Beschaffung von Unterlagen aus den USA darum, Licht in die Vorgänge zu bringen. Jetzt liegt ein unglaubliches Sittenbild von Verleumdung, Betrug und Korruption vor.

Prominente Beschuldigtenliste mit Nowotny und Hundstorfer

Als Gegner führt Elsner eine ganze Reihe von prominenten Protagonisten aus der BAWAG-Causa an. Unter anderem richtet sich seine Betrugsklage gegen den aktuellen BAWAG-Eigentümer Cerberus, Sozialminister Rudolf Hundstorfer (seinerzeit ÖGB-Chef), Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny (damals BAWAG-Chef), ÖGB-Präsident Erich Foglar (Ex-BAWAG-Aufsichtsrat), Volksbanken-General Stephan Koren (Ex-BAWAG-Vorstand), den seinerzeitigen BAWAG-Treasurer Thomas Hackl, den BAWAG-Anwalt Markus Fellner und die Ex-Refco-Chefs Phillip Bennett und Tone Grant. Vor allem auf Nationalbankgeneral Nowotny hat sich Elsner im Format eingeschossen:

Er wusste von allen betrügerischen Machenschaften, weil die Bawag unter seiner Führung in den USA beklagt war. In der Klage wurde auch das dolose Verhalten des Treasurers Hackl behandelt. Und Hackl musste zugeben, Kick-back-Zahlungen von 20 Mio. von Bennett für seine Beteiligung am Betrug erhalten zu haben. Nowotny wusste auch, dass Flöttl die in der letzten Tranche vergebenen Gelder nicht verspekuliert, sondern gestohlen hat. Schon dadurch ist das Non-Prosecution-Agreement falsch. Bawag und Cerberus haben die Verantwortung zu übernehmen.

Elsners Klage könnte die juristische Aufarbeitung der BAWAG-Affäre vorantreiben, zumal Österreichs Gerichte in weiten Teilen bis heute untätig sind. Für die von Elsners Klage Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.

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