Kommunistische Tito-Stasi in Österreich weiterhin aktiv

7. Oktober 2012 - 12:15

Immer noch ungeklärt sind viele kriminelle Machenschaften des jugoslawischen Geheimdienstes (UBDA) im Zeitraum zwischen 1945 und 1989 auf österreichischem Staatsgebiet. Der Tito-Geheimdienst UBDA agierte vor allem gegen kroatische und slowenische Emigranten, die sich in Österreich aufhielten. Es kam insbesondere in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu Verschleppungen von regimekritischen Emigranten nach Jugoslawien. Im Umfeld der UBDA kam es zu Ermordungen, Erpressungen, Entführungen, Sprengstoffanschlägen und gezielten Desinformationskampagnen gegen Regimegegner. Viele Verbrechen sind bis heute unaufgeklärt und ungesühnt. Eine Historikerkommission aus den Ländern Österreich, Slowenien und Kroatien soll hier nun Aufklärungsarbeit leisten. Dies fordern Betroffene und Opferverbände von den Verantwortlichen in Politik, Justiz und Verwaltung.

Historikerkommission soll Aufklärungsarbeit leisten

Eine ganze Reihe von Historikern, UBDA-Spezialisten und Vertretern der Opfer fordert nun Aufklärung in dieser Causa. In einer Pressekonferenz Ende September in Klagenfurt nahmen zu dieser brisanten Thematik unter anderem Professor Josip Jurevic (Historiker/Osijek), Boze Vukusic (UBDA-Spezialist/Kroatien), sowie die Vertreter des Opferverbandes kommunistischer Gewalt in Kroatien, Ivo Pomper, Marjan Luburic, Mjio Juric und Ivan Ott, Stellung. Nach der Aufhebung diverser Archivsperren konnten die Experten feststellen, dass es in Österreich keinerlei Strafprozesse oder Dienstrechtsverfahren gegen ehemalige UBDA-Kader gegeben hat. Aktuell bekleiden nach Aussage der Pressekonferenzteilnehmer immer noch UBDA-Mitarbeiter öffentliche Funktionen in Österreich. Viele von ihnen sollen heute noch aktiv daran beteiligt sein, Greueltaten der UBDA zu verschleiern. Auch hier sind die Behörden untätig.

Slowenische Evidenzliste weist auf zahlreiche UBDA-Agenten hin

Die „Zentrale Aktive Evidenz des Republikssekretariats für innere Angelegenheiten“ aus Slowenien umfasst neben der Registrierung von UBDA-Mitarbeitern und Informanten auch durch UBDA-Aktionen geschädigte Personen. In diesem Zusammenhang kam von den Pressekonferenzteilnehmern der Hinweis, dass zwei aktive Universitätsmitarbeiter in Österreich, Univ.Prof. Dr. Necak Dusan und Univ.Prof. Augustin Malle bei der UBDA als „Quellen“ unter den Dossiernummern DOSJE-SDV-0014000-00501 bzw. DOSJE-SDV-0014142-00487 geführt wurden. Darüber hinaus sind auch eine ganze Reihe weiterer mutmaßlicher Mitarbeiter und Informanten mit österreichischer Staatsangehörigkeit auf einer codierten Namensliste aufgefunden worden.

UBDA-Morde in Österreich unaufgeklärt

Im Zusammenhang mit stattgefundenen Morden an kroatischen Emigranten gibt es auch handfeste Hinweise in Richtung UBDA-Akttivitäten in Österreich. So wurde etwa Nicola Martinovic 1975 in Kärnten ermordet. Darüber hinaus wurden später auch dessen Söhne ermordet. Ein mutmaßlicher Mörder soll heute noch in Bosnien leben. Martinovic wurde zum Mordopfer des jugoslawischen Geheimdienstes, weil er sich für die kroatische Gräber- und Erinnerungspflege in Österreich als Obmann des Bleiburger Ehrenzuges eingesetzt hatte. 1945 hatten sich rund eine halbe Million Kroaten auf die Flucht nach Österreich begeben, um den kommunistischen Mörderbanden Titos zu entfliehen. Nach ihrem Eintreffen im Kärntner Bleiburg wurden sie von den britischen Besatzungssoldaten wieder nach Jugoslawien zurückgeschickt, viele fanden anschließend einen grausamen Tod. Aber auch auf Kärntner Boden trieben kommunistische Partisanen ihr grausames Mordhandwerk. So sind derzeit noch rund 300 kroatische Soldaten- und Zivilistengräber in Kärnten als mahnende Erinnerung an diese Taten vorhanden.

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