Integration in Wien macht Stadträtin “stolz, stolz, stolz”

Unter dem sperrigen Titel „2. Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor“ präsentierte die Stadt Wien, was sie unter Integration versteht und wie sie diese bewerkstelligen will. Als alteingesessener Wiener konnte man nur stöhnend konstatieren, dass es die Genossen wohl nie lernen werden. Moderiert wurde die Konferenz von der kurdischen ORF-Wien-Wetterfee Esra Ari-Akbaba und eingeleitet von der SP-Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger. Wenn sich Letztere anschaue, was sich in Wien in Sachen Integration tue, dann mache sie das „stolz, stolz, stolz“.

Die referierenden Magistratsbeamten und Wissenschafter wie die Politologin Sieglinde Rosenberger betätigten sich als Rosenstreuer. Kemal Boztepe von der MA 17 erklärte anhand eines Zahnrad-Piktogramms, dass das Integrationsmonitoring (IM) Ist-Stand und Veränderungsprozesse in der Gesellschaft erfasse und das Diversitätsmonitoring (DM) die Maßnahmen und Aktivitäten der Stadt Wien. Die Verknüpfung der beiden zum IDM sei eine 2010 preisgekrönte „Besonderheit Wiens“. So ging es weiter. Es wurden seltsame Grafiken zu seltsamen Erhebungen gezeigt, bei denen die Präsentatoren zur Beruhigung des Publikums im vollen Festsaal des Alten Rathauses hastig versicherten, diese jetzt nicht zu erklären, weil es jeden zeitlichen Rahmen sprengen würde. Fern jedes reellen Problems draußen in der Stadt wurde mit englischen Fachbegriffen, die modern wirken sollen, herumgeworfen. Einzig zutreffend wäre aber „Husk Fabricating“ („Hülsenfabrizierung“) gewesen.

Ausländerwahlrecht als letztes großes Ziel

Inhaltlich war der Tenor auf dem Podium auch bei wechselnder Zusammensetzung einhellig: Alles paletti in Wien, für den einzigen schweren Missstand könne man nichts, nämlich, dass Ausländer nicht wählen dürfen. Das Ausländerwahlrecht ist auch das absolute Hauptanliegen. Im 15. Bezirk seien 2011 schlimmerweise 34 % der Bevölkerung nicht wahlberechtigt gewesen. Auf Bundesebene werde die Zahl der Ausländer demnächst die 1-Million-Marke überschreiten und das werde vielleicht „ein leichtes Schaudern durch die Öffentlichkeit gehen lassen“ und hoffentlich dann die Staatsbürgerschaften wieder lockerer vergeben werden. Uneinig war man sich nur, ob „Integration“ oder „Inklusion“ der bessere Begriff sei und ob nicht vielleicht die „Migrationserfahrung“ dem „Migrationshintergrund“ vorzuziehen sei. Die SPÖ, wie sie leibt und nicht mehr ewig lebt.

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