Der Nationalfeiertag im Wandel der Zeiten

Heute ist wieder einmal Nationalfeiertag. Dieser hat in Österreich aber eine bewegte Geschichte hinter sich und dokumentiert auch den Wandel des Landes über die Jahrzehnte.

Ab 1919 feierte die Republik Österreich mit dem 12. November ihre eigene Gründung (am 12. 11. 1918 hatte der Freiheitliche Franz Dinghofer als einer der drei Präsidenten der „Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich“ von der Rampe des Parlaments aus die Republik ausgerufen). Die offizielle Bezeichnung war aber „Staatsfeiertag“, weil die deutschen Österreicher sich damals noch als Deutsche fühlten, den neuen Kleinstaat für lebensunfähig hielten und daher den von den Siegermächten verbotenen Anschluss an die Weimarer Republik herbeisehnten.

Der Staatsfeiertag wurde 1933 vom autoritär regierenden Bundeskanzler Dollfuß auf den 1. Mai verlegt, weil man damit die Proklamation der Verfassung feiern wollte und das auch katholisch verbrämte („Beginn des der Mutter Gottes geweihten Monats“).

Hitler machte 1. Mai zum Staatsfeiertag

Mit dem Anschluss an Hitler-Deutschland wurde alles anders und es gab nunmehr den „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“. Das Datum blieb allerdings gleich: 1. Mai.

1946-1954 wurde der „Tag der Befreiung“ gefeiert, der 13. April. Am 13. 4. 1945 hatte die Rote Armee die Wehrmacht aus Wien gedrängt. Die Wiederherstellung der Republik Österreich am 27. 4. kam für die österreichische Politik nicht in Frage, weil mit diesem Datum auch der Beginn der Besatzungszeit verbunden war. 1954 beschränkte man sich am 13. April auf Kranzniederlegungen, weil man von der verschleppenden Taktik der Sowjets bei der Berliner Konferenz enttäuscht war.

Am 15. Mai 1955 wurde schließlich doch der Staatsvertrag unterzeichnet. In diesem wurde festgehalten, dass ab dessen Ratifizierung (27. Juli 1955) binnen dreier Monate alle Besatzungssoldaten Österreich zu verlassen haben (25. Oktober 1955). Die letzten Sowjets reisten am 19. September vom Bahnhof in Baden ab, das Sitz der Kommandatur und Quasi-Hauptstadt der sowjetischen Besatzungszone gewesen war. Buchstäblich am letzten Drücker hingegen die Briten: Am Nachmittag des 25. Oktober übergaben sie die Kaserne Klagenfurt-Lendorf und reisten in Thörl-Maglern aus. Einen Tag später, am 26. Oktober 1955, stimmte der Nationalrat über die „immerwährende Neutralität“ ab – SPÖ, ÖVP und KPÖ mit Ja, der FPÖ-Vorläufer VdU mit Nein.

Aus Tag der Fahne wurde Nationalfeiertag

1956 bis 1964 wurde am 26. Oktober der „Tag der österreichischen Fahne“ gefeiert, 1965 wurde er in „Nationalfeiertag“ umbenannt. Erst seit 1967 ist er arbeitsfrei. Die Umbenennung hatte ideologische Gründe und sollte die Abgrenzung von der eigenen deutschen Kultur unterstreichen. Deshalb sagen viele Freiheitliche auch lieber „Staatsfeiertag“, der aber noch immer trotz seiner aus „antifaschistischer“ Sicht höchst bedenklichen Herkunft ganz offiziell am 1. Mai in unserem Kalender steht.

Der Streit um diesen Begriff ist im Grunde jedoch so müßig, wie er es um „Nationalrat“, „Nationalteam“ oder „Staatsoper“ wäre. Wesentlich wichtiger sind die Inhalte und die Entwicklung der Parteien: In den 1960ern meinte der SPÖ-Vizekanzler Pittermann zur EG/EU noch, man werde „diesem Kapitalistenverein nie beitreten“. Mittlerweile hat seine Partei das Land gezielt überfremdet und den Wohlstandsfaktor Schilling geopfert. Jetzt sind das Bundesheer und die letzten Reste der Neutralität im Visier. Die Verteidigerin der Republik Österreich und ihrer Menschen ist heute die soziale Heimatpartei FPÖ.

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