Ex-BAWAG-General Elsner klagt Sozialminister Hundstorfer

Obwohl schwer krank, lässt der ehemalige BAWAG-General Helmut Elsner bei der Aufarbeitung des BAWAG-Skandals nicht locker. Vor dem New York Supreme Court hat Elsner nun erfolgreich eine Klage gegen ehemalige SPÖ-Parteifreunde, Kollegen und Geschäftspartner eingebracht. Es geht um 1,8 Milliarden Dollar, die Elsner einfordert. Die Klage umfasst 75 Seiten Antragstext und 1.500 Seiten Beilagen. Als Beklagte werden Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Nationalbankchef Ewald Nowotny, ÖGB-Chef Erich Folgar, Volksbankchef Stephan Koren, Ex-BAWAG-Manager Thomas Hackl, BAWAG-Anwalt Markus Fellner sowie die Ex-Refco Vorstände Philipp Bennett und Tone Grant angeführt.

Elsner sieht Flöttl als BAWAG-Miteigentümer

Elsner bezichtigt den Börsenspekulanten Wolfgang Flöttl, gemeinsam mit Teilen des Managements und dem seinerzeitigen BAWAG-Eigentümer ÖGB beim Refco-Vergleich zu Lasten der Bank gehandelt zu haben. Allein daraus sei der BAWAG ein Schaden von 1,4 Milliarden Euro entstanden. In diesem Zusammenhang erhebt Elsner den Vorwurf, dass Wolfgang Flöttl bis vor kurzem selbst über Verschleierungskonstruktionen an der BAWAG beteiligt gewesen sei. Ein neuer Hedgefonds Golden Tree sei nun bei der BAWAG mit 33 Prozent beteiligt. Dieser Eigentümerwechsel nähre Indizien, die bis hin zu Flöttl als stillem BAWAG-Eigentümer reichen sollen. Elsner kritisiert außerdem die Untätigkeit der Behörden und der BAWAG, bisher Schadenersatzforderungen gegen den Spekulanten Flöttl durchgesetzt zu haben. 

Ex-ÖGB-Chef Hundstorfer einer der Hauptbeklagten

Der ehemalige ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer, zur Zeit der BAWAG-Sanierung im Amt, steht ganz oben auf der Liste der Beklagten, die Elsner im Visier hat. Hundstorfer soll gemeinsam mit dem damaligen BAWAG-General Ewald Nowotny nicht im Interesse der Bank gehandelt haben. Interessant ist auch, dass viele der damals handelnden Personen in ihrer Karriereleiter aufgestiegen sind: Hundstorfer wurde Minister, Nowotny wurde Nationalbankchef, Stephan Koren Volksbankchef und Erich Folgar ÖGB-Chef. Bei diesem Netzwerk will Elsner nun ansetzen, um die seinerzeitigen Vorgänge aufzuklären.

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