Stadthallenbad: Direktor mit Bauaufsicht verbandelt

Beinahe täglich grüßt ein Millionen-Skandal aus Wien und die Bürger fragen sich schön langsam, warum gegen diese rot-grüne Misswirtschaft nicht endlich ein Untersuchungsausschuss ähnlich jenem im Parlament eingerichtet wird. Zu klären gäbe es viel. Das Debakel bei der Sanierung des Wiener Stadthallenbades stünde ganz oben auf der Agenda. Denn das Projekt entwickelt sich zunehmend zum Millionengrab.

Außerdem sorgte die Wahl der Bauaufsicht beim Kontrollamt für Staunen. Laut Firmenbuch war der damalige technische Direktor der Stadthalle Geschäftsführer einer Firma, bei der das zum Zug gekommene Ziviltechnikerbüro Gesellschafter war. Die beiden Manager der Stadthalle, die das Sanierungsfiasko in die Wege geleitet haben, sind bereits in Pension. Die Prüfer des Kontrollamtes stellten schon im Mai 2008 den Ursprung der Probleme fest. Gefunden wurden sicherheitstechnische Mängel, unzählige Bauschäden, defekte Schwimmbecken. Und das nur durch Sichtkontrolle. Das wahre Ausmaß stellte sich erst bei der Sanierung heraus.

Jetzt ist nicht einmal sicher, ob das Stadthallenbad jemals wieder aufsperren wird. Wie viel Geld noch in das Pfuschprojekt gesteckt werden muss, ist ebenso offen. Derzeit ist von einer Summe zwischen 16,4 und 18,26 Millionen Euro die Rede. Alles nur noch Chaos. Die ÖVP kündigte nun an, eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einzubringen und eine Sondersitzung des Gemeinderates zu beantragen. Für FPÖ-Gemeinderat Dietbert Kowarik ist die Höhe des Sanierungsbudgets „nicht nachvollziehbar“. Der Vorsitzende des Kontrollausschusses im Wiener Gemeinderat spricht von "totaler Überforderung der Verantwortlichen" und von einer "chaotischen und dilettantischen" Behandlung auftretender Probleme.

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