Hat Werner Faymann jemals maturiert?

Immer mehr scheint das Leben des amtierenden Bundeskanzlers Werner Faymann (SPÖ) zum  Staatsgeheimnis der Republik Österreich zu werden. Das jüngste Buch des Publizisten Ernst Hofbauer mit dem Titel „Faymann, der Kanzler im Zwielicht“, erschienen in der Edition Zur Zeit, gibt Gerüchten neue Nahrung, dass insbesondere im Lebensabschnitt des Kanzlers zwischen 1978 bis 1985 etwas verborgen werden soll. Vom Fehlen eines offiziellen Maturazeugnisses über eine dubiose Karriere als Taxifahrer bis hin zu ideologischen Schulungsaufenthalten in kommunistischen Staaten reichen die Gerüchte. Eine Anfragenserie der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter wegen Matura und Studium unter anderem auch an das Unterrichts- und Wissenschaftsministerium soll nun die Vita des Kanzlers ausleuchten.

Der Lebensabschnitt zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr Werner Faymanns bleibt für die Öffentlichkeit ein großes Geheimnis. Nur in Bruchstücken ist bisher durchgedrungen, was der Kanzler in diesen Jahren gemacht haben soll. Vom Zivildienst bei einem SPÖ-nahen Jugendverein ist die Rede, einige Semester soll er Rechtswissenschaften inskribiert haben, und sogar als Taxler will der Bundeskanzler tätig gewesen sein. Zahlen, Daten und Fakten verschweigen Kanzler und SPÖ allerdings gegenüber der interessierten Öffentlichkeit und den Medien konsequent.

Jahresberichte von Faymanns Schule wurden vernichtet

Der Konservative Ernst Hofbauer hatte sich auf der Suche nach dem Verlauf der Bildungskarriere auch an die ehemalige Schule gewandt. Recherchen des umtriebigen Publizisten, ob Faymann auch tatsächlich die Matura am Bundesrealgymnasium Henriettenplatz in Rudolfsheim-Fünfhaus absolviert hätte, blieben jedoch ergebnislos. Die Jahresberichte der Jahre 1973 bis 1994 sind in der Nationalbibliothek durch eine Aktenvernichtungsaktion verschwunden. Vom Maturanten Faymann finden sich keine Spuren, auch Schule und Stadtschulrat blockten jede Anfrage ab.

Hofbauer erinnert sich anlässlich dieses Versteckspiels an den Maturaskandal 1994. Damals standen Tochter und Ehefrau des Wiener Polizeipräsidenten Günther Bögl (SPÖ) im Verdacht strafrechtlicher Handlungen im Zusammenhang mit der Erlangung von Maturazeugnissen. Die beiden wurden 1998 auch verurteilt. Gut möglich, dass auch andere Wiener SPÖ-Prominenz „unter Parteifreunden“ zu einem entsprechenden Zeugnis gekommen war. Die Spannung steigt.

Nicaragua-Einsatz oder DDR-Aufenthalt?

Manche „Insider“ der linken Szene in den siebziger und achtziger Jahren trauen Faymann zwar weder Matura noch Studium zu, verweisen aber auf mögliche Auslandsaufenthalte. Damals galt es in Juso-Kreisen durchaus als normal, intensive Kontakte zu und längere Aufenthalte in „sozialistischen Bruderländern“ wie der Sowjetunion, der DDR, Kuba oder Nicaragua zu pflegen. Bei den Ex-Jusos Häupl, Gusenbauer oder Pilz sind deren „Auslandseinsätze“ medial bekannt. In dieser Hinsicht gibt Buchautor Hofbauer Entwarnung, wie das FPÖ-TV-Magazin berichtete. Faymann soll während seiner "dunklen Jahre" primär als gut besoldeter Politikativist der Sozialistischen Jugend tätig gewesen sein. Nur die Frage nach der Matura – auf Faymanns offiziellem Lebenslauf beim Bundeskanzleramt elegant umschifft – bleibt weiter offen.

Ernst Hofbauers Buch "Faymann, der Kanzler im Zwielicht" behandelt auch jüngere Vergangenheit und Gegenwart des Polit-Karrieristen Faymann. Es ist zum Preis von 15 Euro im Unzensuriert-Laden erhältlich.

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