Ex-Mitstreiter Siegfried Wolf gibt Stronach politischen Korb

Einen Korb holte sich Frank Stronach offenbar bei einem alten Mitstreiter aus gemeinsamen Tagen beim Autozulieferer Magna. Stronach hatte seinen Willen bekundet, den langjährigen Magna-Spitzenmanager Siegfried Wolf zum Bundeskanzlerkandidaten seiner Liste Team Stronach zu machen. Dieser reagiert nun verärgert darüber. In einem Interview mit der aktuellen Ausgabe Wochenzeitung Niederösterreichische Nachrichten (NÖN) will er nichts von einem politischen Engagement bei Stronach wissen: „Ich habe damit nichts zu tun, in einen politisch dummen Schaukampf mische ich mich nicht ein. Ich bin seit zwei Jahren aus der Firma weg und kommentiere solche Dummheiten nicht weiter.“

Damit hat ein mögliches Zugpferd den Wahlkampftross Stronachs verlassen, bevor die Wahlbewegung richtig angefangen hat. Die Tageszeitung Österreich wiederum berichtet, dass Wolf geäußert haben soll, eine solche Absage habe nicht stattgefunden.

Wolf und Stronach gehen seit zwei Jahren getrennte Wege

Kenner von Magna und des Verhältnisses zwischen Stronach und Wolf wundert die Wortmeldung gegenüber der NÖN allerdings nicht. 1995 hatte Stronach den Manager Siegfried Wolf zu Magna gebracht, dort machte dieser Karriere bis zum „Chief Exekutiv Officer“. Vor zwei Jahren trennten sich Stronach und Wolf allerdings beruflich. Dieser verließ Magna und ging zum russischen Oligarchen Oleg Deripaska. Wolf war zuletzt auch im Zusammenhang mit Lobbying durch Magna im Zuge der Eurofighter-Beschaffung in die Medien gekommen. Er flog den damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser während der Kaufverhandlungen nach München in die EADS-Zentrale. Stronach streitet bis heute jeden Vorteil für Magna aus Gegengeschäften im Zuge dieses öffentlichen Beschaffungsvorgangs ab.

Kandidiert Team Stronach in Niederösterreich gar nicht?

Neben der  umstrittenen Absage von Siegfried Wolf als Kanzlerkandidat gibt es nun auch bei der niederösterreichischen Landtagswahl Zweifel, ob eine eigenständige Kandidatur der jungen Partei im Frühjahr 2013 erfolgen soll. Stronach stellte gegenüber der NÖN klar, dass er die Entscheidung über eine Landtagskandidatur der dortigen Landesparteiobfrau Karin Prokop überlasse. Er selbst wolle sich auf die Nationalratswahlen im Herbst 2013 konzentrieren. Hinter den Kulissen hört man, dass Landeshauptmann Erwin Pröll und seine ÖVP eine Kandidatur der Stronach-Liste höchst ungelegen käme.

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