Großrazzia bei Erwin Prölls Hausbank Hypo NÖ

Rund 100 Ermittler des Bundeskriminalamtes durchsuchten unter Anleitung der Staatsanwaltschaft die Geschäftsräumlichkeiten der im Eigentum des Landes Niederösterreichs befindlichen Hypobank. Die Hausdurchsuchungen fanden gleichzeitig an insgesamt 27 Standorten in fünf Bundesländern statt. Damit gerät die Hausbank des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP) ein weiteres Mal ins Zentrum strafbehördlicher Untersuchungen.

Gleich mit einer ganzen Reihe von strafrechtlichen Causen beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft. So wird gegen den amtierenden Hypo-Chef Peter Harold und seinen Ex-Vorstandskollegen Richard Juill ermittelt. Dabei geht es um Verluste aus Wertpapieren der Pleitebank Lehman Brothers und den Vorhalt der Bilanzfälschung und Untreue. Gleichzeitig wird auch rund um das irische Veranlagungsprojekt „Augustus“ ermittelt, wo man Risiken ausgelagert haben soll – mehrere hundert Millionen Euro.

Pröll-Vertrauter Schneeberger im Visier der Ermittler

Die Causa erhält zusätzliche Brisanz, da im Rahmen der Ermittlungen bei der Hypo NÖ auch gegen den ÖVP-Klubobmann im St.Pöltner Landtag, Klaus Schneeberger, und den ÖVP-Landtagsabgeordneten Willibald Eigner ermittelt wird. Sie sollen als „politische“ Aufsichtsräte in der Hypo einen Beitrag zur Verschleierung und Absegnung von bankinternen Unregelmäßigkeiten geleistet haben. Die Immunität der beiden ÖVP-Spitzenpolitiker wurde inzwischen aufgehoben. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. Für Landeshauptmann Pröll enthalten die Ermittlungen wenige Monate vor der Landtagswahl zusätzlichen politischen Sprengstoff.

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