ORF-Bürgerforum zum Thema Wehrpflicht wirft seine Schatten voraus

Ihre Schatten wirft die Volksbefragung über Wehrpflicht und Zivildienst am 20. Jänner 2013  auch im öffentlich-rechtlichen Österreichischen Rundfunk (ORF) voraus. Der ORF hat über die Produktionsgesellschaft KIWI-TV mit dem österreichischen Verteidigungsministerium Kontakt aufgenommen. Für eine Folge der ORF-Live-Sendung Bürgerforum am 8. Jänner 2013 mit Peter Resetarits sollen aus dem Kreise der Bundesheerangehörigen Studiogäste rekrutiert werden. In diesem Zusammenhang wurde von der Abteilung Komm/BMLVS bereits am 29. November in den einzelnen Dienststellen  des Verteidigungsministeriums aufgefordert, „interessierte Heeresangehörige“ ausfindig zu machen und deren Teilnahme an der Sendung bekanntzugeben. Bei den teilnehmenden Personen soll insbesondere angeführt werden, ob sie für die Wehrpflicht oder für ein Berufsheer eintreten.

Manipulation bei der Gästeauswahl sind Tür und Tor geöffnet

Durch eine solche Vorgangsweise scheinen der Manipulation im Vorfeld allerdings Tür und Tor geöffnet. Denn das Auswahlverfahren bleibt für Außenstehende intransparent. Bei der KIWI-TV Produktionsgesellschaft handelt es sich eigentlich um eine Privatfirma, die im Miteigentum der ORF-Moderatorin Barbara Stöckl steht. Sie produziert eine ganze Reihe von Sendungen, wie unter anderem „Bei Stöckl“, „Bewusst Gesund“, „Die Millionenshow“, „Help TV“ usw. Warum sie nun auch für das „Casting“ von Bundesheerangehörigen in Sachen pro und contra Wehrpflicht und Zivildienst eingeschaltet worden ist, blieb bisher im Dunkeln. Auch welche Einflussmöglichkeiten der ORF selbst bzw. die Sendeverantwortlichen des Bürgerforums haben, ist nicht bekannt. Bei einer Bürgerforumssendung zum Thema Integration machte man da schon eigenwillige Erfahrungen.

FPÖ-Abgeordneter Kunasek möchte Aufklärung durch Darabos

Diese „geheime Kommandoaktion“ hat der FPÖ-Abgeordneten Mario Kunasek, selbst Heeresangehöriger, zum Anlass genommen, in einer parlamentarischen Anfrage Aufklärung über die Rekrutierung der für die ORF-Bürgerforumssendung vorgesehenen Mitdiskutanten aus dem Kreis des Bundesheeres zu verlangen. Interessant ist für den Abgeordneten vor allem, ob von Seiten des Verteidigungsministers Norbert Darabos eine Sprachregelung ausgegeben worden ist bzw. ob „Wehrpflichtbefürworter“ mit ressortinternen Konsequenzen zu rechnen haben.

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