„Hiniche Weihnachten“ fielen grüner Kulturzensur zum Opfer

Die Moral gerät durcheinander, weil der linke Meinungsterror die „Freiheit der Kunst“ bestimmt. In Wien hat sich diese Sichtweise jetzt ganz klar bestätigt. Der grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo stoppte den Auftritt der Prolo-Rockband „Die Hinichen“ im Gasometer. Er findet ihre Texte menschenverachtend und drohte deshalb dem Veranstalter mit Entzug der Subvention. Darf ein Politiker das, auf erpresserischer Weise Zensur üben?

Man muss sich das einmal vorstellen: Ein grüner Politiker bestimmt in Zukunft, welche Bands in subventionierten Häusern auftreten dürfen. Das kann ja nur ein Albtraum sein. Veranstalter mit der Streichung von Förderungen zu bedrohen, das „riecht nach Amtsmissbrauch“, sagt der Wiener FPÖ-Klubchef Johann Gudenus. Das Demokratieverständnis der Grünen erinnere an „Erich Honeckers linksfaschistische DDR und andere totalitäre Regime“.

"Wir mischen auf im Frauenhaus"

Was hat den grünen Kultursprecher derart aufgeregt, dass er zu dieser Maßnahme griff? Es seien die Texte gewesen, sagt er, Texte, die „sexistische, rassistische und gewalttätige Inhalte verbreiten“. So singen  „Die Hinichen“ , „Wir mischen auf im Frauenhaus, wir peitschen die Emanzen aus, wir treiben die Lesben vor uns her, das fällt uns Kerls gar net schwer“. Anstößig findet Lobo auch die Textpassage „Ein Neger steht am Mittelmeer“. Jutta Stanzel, die Managerin der Gruppe, nennt die Kompositionen „bösartige, bissige Satire“. Die Band sei nicht frauenfeindlich oder rassistisch, die Kritiker würden immer wieder das zehn Jahre alte Lied vom Frauenhaus aus dem Hut zaubern, „in dem eigentlich die Trauer darüber ausgedrückt wird, dass es noch immer Frauenhäuser gibt“, sagt Stanzel gegenüber Unzensuriert.at. Und die Strophe von „Ein Neger steht am Mittelmeer“ stamme gar nicht aus der eigenen Feder, sondern wurde aus dem G'stanzel-Lied der „Alten Rittersleut´“ herausgenommen: „Ein Neger steht am Mittelmeer und schiebt die Vorhaut hin und her…“

Konzert-Absage kam per Mail

Die Managerin konnte es kaum fassen, als sie von einer Sekretärin des Gasometers per Mail die Mitteilung bekam, dass das Konzert „Hiniche Weihnachten“ abgesagt sei. Auf Nachfrage beim Geschäftsführer von Szene Wien und Planet Music, Muff Sopper, erfuhr sie dann den Grund: „Er sagte mir, dass Klaus Werner-Lobo ihm gedroht habe, die Subvention zu streichen, falls er diese Veranstaltung durchführe“, so Stanzel. Da geht es immerhin um eine Summe von 712.000 Euro im Jahr. Eine Subvention, die gesondert hinterfragt werden müsste.

Klaus Werner-Lobo verteidigte sich für sein Eingreifen in der Tageszeitung Die Presse mit dem Hinweis, vor gut zwei Jahren eine mündliche Absprache mit Muff Sopper und zwei SPÖ-Politikern (die er namentlich aber nicht nannte) getroffen zu haben. „Damals haben wir gesagt, dass wir Subventionsgeldern nur dann zustimmen, wenn die beiden Einrichtungen weniger kommerziell werden und grobe sexistische und rassistische Bands nicht mehr spielen lassen“, wird Lobo zitiert. Das steht im Gegensatz zu einer Aussage von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), der sich auf Nachfrage der Presse von der Intervention seines Koaltionspartners distanziert. Der Kulturstadtrat fände „Die Hinichen“ zwar auch nicht in Ordnung. Fakt sei aber, „dass man nicht eingreifen dürfte, solange jemand nicht gegen das Gesetz verstößt“, heißt es aus seinem Büro. Ähnliche Interventionen hätte es bisher nicht gegeben.

Grüne wollen bestimmen, was Kunst ist

Von dieser Stellungnahme wenig beeindruckt, kündigte der grüne Kultursprecher an, die derzeitigen Förderrichtlinien, die eher vage formuliert seien, „nachschärfen“ zu wollen. Eine gefährliche Drohung? Soll künftig nur das subventioniert werden, was die Grünen für Kultur halten? Eine schreckliche Vorstellung. Denn wie die Tageszeitung Heute schreibt, hat Werner-Lobo nichts gegen Performances, „bei denen Aktivisten in den Brunnen vor der Karlskirche pinkeln und auf die die Fahne sch…“. Dem Grünen ist zu raten, bei seinem Gesinnungsgenossen Robert Misik nachzuschlagen. Der Journalist und politische Schriftsteller, der in den 1980er Jahren der Gruppe Revolutionäre Marxisten (GRM) angehörte, sagt: „Die Freiheit der Kunst ist auch dann nicht verhandelbar, wenn fast alle der Meinung sind, dass dies natürlich keinen künstlerischen Mehrwert hat.“

Ersatzkonzert im Schutzhaus auf der Schmelz

„Die Hinichen“ sehen die ganze Diskussion mit einem lachenden und weinenden Auge. Lachend, weil sie dank des grünen Kultursprechers über Nacht noch bekannter geworden sind, weinend, weil für das Weihnachtskonzert schon 400 Karten verkauft waren. „Es ist mühsam, jedem das Geld wieder zu refundieren“, ärgert sich Managerin Jutta Stanzel. Vom Gasometer bekommt die Gruppe aber eine Abstandszahlung, wie viel, will Stanzel nicht verraten. Im Jänner soll ein Ersatzkonzert stattfinden, auch dann unter dem Titel „Hiniche Weihnachten“. Der Ort der Veranstaltung: Das Schutzhaus auf der Schmelz. Den Termin will Stanzel aber erst bekannt geben, wenn sie vom Veranstalter eine schriftliche Zusage in den Händen hält. Inzwischen macht sich die Gruppe auf ihrer Homepage über Klaus Werner-Lobo lustig, der im Kästchen „Der Furz der Woche“ als Clown bezeichnet wird.

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