Spanische Fußball-Spitzenklubs profitieren von EU-Bankenhilfe

Indirekt profitieren auch die spanischen Fußballspitzenklubs von der EU-Bankenhilfe an notleidende Finanzinstitute. Der SPÖ-Abgeordnete Johann Maier nahm dies zum Anlass für eine parlamentarische Anfrage an Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP). Maier erinnerte an die Finanzprobleme der Fußballtraditionsvereine wie etwa FC Barcelona, Real Madrid oder Valencia CF: "Ihre internationalen sportlichen Erfolge haben sie auf Pump gekauft und ebenso die Spielereinkäufe sowie die Millionengehälter ihrer Spieler mit Krediten oder Investoren finanziert. Zur Sicherheitsleistung bei Banken wurden nach Presseberichten sogar Fußballprofis zum Marktwert verpfändet sowie Stadien und Trainingsanlagen."

In der spanischen Öffentlichkeit würden in Zeiten dieser allgemeinen Schuldenkrise gerade die hohen Sozialversicherungs- und Steuerschulden dieser Profiklubs als besonders skandalös empfunden, schildert Maier. Die enorme Überschuldung der spanischen Profiklubs zeige beispielhaft die Misswirtschaft im europäischen Klubfußball auf.

Fekter will von Hilfe an Fußballvereine nichts wissen

Finanzministerin Fekter will allerdings von der den Fußballvereinen zu Gute kommenden indirekten Hilfe nichts wissen: "Im Rahmen eines Finanzhilfeabkommens ist es nicht möglich die Beziehungen bzw. das Vorgehen der Banken gegenüber allen jeweiligen Schuldnern festzulegen." Die diesbezügliche Vorgehensweise obliege dem privaten Geschäftsmodell der Banken. In den Verträgen über die europäische Finanzhilfe sei jedenfalls keine bevorzugte Behandlung von Fußballklubs vorgesehen. Ganz sicher ist sich die schwarze Finanzministerin, ob die Finanzhilfe an die spanischen Banken nicht doch zur Abdeckung der Steuerschulden der Fußballvereine verwendet wird. Der Auszahlung von Finanzmitteln gehe zwar eine umfassende Evaluierung durch die Troika voraus, dennoch stellt Fekter sicherheitshalber fest: "Der Umgang der Empfängerländer mit Steuerschulden entzieht sich jedoch der österreichischen Vollziehung."

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