Satire: Die Telefongespräche der Landeshauptleute

Der Spekulationsskandal im rot regierten Salzburg schlägt in ganz Österreich Wellen. Vor allem die Landeshauptleute sind aufgescheucht. Unzensuriert.at kann sich lebhaft vorstellen, was die Bundesländer-Chefs in den vergangenen Tagen am Telefon so sprachen. Sollte der eine oder anderen Satz davon tatsächlich wahrheitsgetreu wiedergegeben sein, so würde es uns nicht weiter wundern…

Anruf von Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl beim burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl, ebenfalls SPÖ:

Häupl: „Hast g'sehn gestern, die Heulsuse?“
Niessl: „Wen meinst?“
Häupl: „Na, die Gabi, hast g'sehn, wie sie g'rert hat, für mi war des wie Weihnachten!“
Niessl: „Wieso?“
Häupl: „Die Gurk'n will Studiengebühren und die Wehrpflicht. Die hat die Partei ganz schön in Schwierigkeiten bracht.“
Niessl: „Da hast recht, Michl. Sog, wer hat die Gabi da so reinlassen. Warst du das oder der Werner
(Faymann, Bundeskanzler, SPÖ)?“
Häupl: „Ich hab nix damit zu tun. Ehrlich. Aber ich freu mich trotzdem wie a Schneekönig.“
Niessl: „Schon Michl, aber die Mizzi
(Maria Fekter, Finanzministerin, ÖVP) will jetzt alle Bundesländer an die Kandare nehmen. Das wird haaß. Wast eh, mei Begas-G`schicht is a net ohne: Spekulationsgeschäfte in die USA, wo die Vorständ' Lebensversicherungen von todkranken Amerikanern kauft haben. Wenn die Mizzi uns a Task Force schickt, schau i bled aus der Wäsch'.“
Häupl: „Ka Panik Hans. Bei uns in Wien schaut's noch schlechter aus. Wir ham, aber bitte, sag das net weiter, 1,7 Milliarden verzockt. Die Anteile an der Zentralsparkassa. Und bei den Frankenkrediten schau ma a net guat aus, frage nicht. Aber bei uns fällt das net großartig auf, wir erhöhen einfach die Kanalgebühr – da soll noch einer sagen, dass die Sozis mit Geld net umgehen können.“
Niessl: „Bei uns geht das nicht. Da regen sie die Leut' glei auf. Du, Michl, bist halt a echter Burgermasta.“
Häupl: „Ich mach das G'schäft ja a schon a paar Jahr, Hans, aber ich hab' eine Idee für dich: Du könntest a Gebühr für die Weintrauben einheben. Ich weiß, das ist ein Groschen-G'schäft, aber in der Summe kommt was z'samm. So kannst dich sanieren. Das ist quasi eh eine Kanalgebühr, weil irgendwann fließt der Saft ja in den Gulli.“
Niessl: „Genial Michl. Gut, das wir einen Biologen in der Partei haben. Aber trotzdem: Kannst nicht deinen Freund Erwin
(Pröll, NÖ Landeshauptmann, ÖVP) anrufen, damit er die Schotter-Mizzi z'ruckpfeift. Ich will nicht, dass die Funsn mi kontrolliert.“
Häupl: „Na guat. Aber der Erwin hat keinen guten Draht zur Mizzi. Außerdem schaut´s bei ihm nicht gut aus, weil der hat mit der Hypo Niederösterreich selber Dreck am Stecken und wenn der bei der Mizzi interveniert, droht sie ihm sicher, dass er von Radlbrunn nach St. Pölten nimmer mit dem Hubschrauber fliegen derf. Da hab ich eine bessere Idee, ich ruf den Günther Platter
(Tiroler Landeshauptmann, ÖVP) an. Der ist unverdächtig und relativ sauber. Seine Jagdeinladungen haben die Leut' schon vergessen und über den Ausrutscher mit dem Alaba (David Alaba, ÖFB-Teamspieler) lachen sie heute noch. Außerdem kennt er die Mizzi aus gemeinsamen Regierungszeiten.“
Niessl: „Da sieht man gleich, dass du studiert hast. Schade, dass unser Vorsitzender zu blöd war dafür, und angeblich hat der Werner ja nicht einmal die Matura. Zum Glück gibt's dich. Danke, lieber Michl.“

Michael Häupl hält sein Versprechen und ruft bei Landeshauptmann Günther Platter in Tirol an.

Häupl: „Grüß Gott sag ich, das sagt man ja im Heiligen Land Tirol.“
Platter: „Servus Michl, habe dich gleich erkannt und so heilig, wie du sagst, samma in Tirol nicht.“
Häupl: „A Wahnsinn, wie die Medien jetzt der Gabi zusetzen. Schrecklich ist das. Immer gehn´s auf die Politiker los. Dabei war es eine Beamtin. Und jetzt macht die Mizzi ein Riesengeschrei, was sagst du dazu?“
Platter: „Ein Skandal ist das schon, was da in Salzburg abläuft. Aber ich gebe dir recht, die arme Gabi. Mich haben die Medien durch den Kakao gezogen, weil ich zum Alaba 'How do you do", also wie geht’s dir, gesagt hab'. Ich kann mit der Gabi mitfühlen.“
Häupl: „Hurch, dein Englisch is eh super. Aber kannst mit der Mizzi einmal Deutsch reden? Hast eh schon g'hört, kontrollieren will sie uns! Die spinnt, die Schotter-Mizzi. Das können wir uns nicht gefallen lassen.“
Platter: „Richtig, Michi. Tirol war immer für Autonomie. Dafür hat schon unser Andreas Hofer gekämpft. Von einer oberösterreichischen Schotter-Kaiserin lassen wir uns nicht einbetonieren. Weißt was, ich ruf den ORF an und geb ein Interview, damit die Mizzi gleich weiß, was ein echter Tiroler ist.“
Häupl: „Okay, machen wir das so. Und ich ruf jetzt die arme Gabi an und tröste sie.“

Michael Häupl wählt umgehend die Handynummer von Gabi Burgstaller.

Häupl: „Gabi, hallo, deine Tränen haben mich gerührt. Vergessen wir unsere Meinungsunterschiede! In schweren Zeiten müssen Parteifreunde z'sammhalten.“
Burgstaller schluchzend: „Ich habe immer g´wusst, auf dich kann man sich verlassen. Parteifreunde sind ja gar keine Parteifeinde, wie immer behauptet wird. Jetzt, in dieser Krise, bin ich froh über Beistand und die guten Tipps aus Wien.“
Häupl: „Apropos Tipp. Am besten, du opferst jetzt Deinen Oberfinanzer
(Finanzabteilungsleiter Eduard Paulus), dieser Herr Offizier hat dir ja den Bledsinn mit der Wehrpflicht eing'redet, der g'hört sowieso weg. Dann signalisierst Stärke, und die G'schicht kommt wieder ins Lot.“
Burgstaller: „Meinst wirklich? Aber die Medien, die geben ka Ruah, die stochern und graben…“ (fängt wieder an zu weinen)
Häupl: „Kein Grund für Tränen, Gabi. Glaub' mir, darum kümmer ich mich schon. Der Werner
(Faymann) und ich haben die Presse im Griff. Wenn's net schreiben, was wir wollen, bekommen sie keine Marie mehr.“
Burgstaller: „Welche Marie, die Vassilakou?“
Häupl: „Scherzkeks. Vertrau mir.“
Burgstaller: „Okay, is eh schon wurscht, machen wir das so.“

Michael Häupl ruft Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) an.

Häupl: „Werner! Die Gabi ist Geschichte, kane Querschüsse aus Salzburg mehr. Und mit die Schwoazn hob i ausg'macht, dass sie uns alle in Ruhe weiterzocken lassen. Net schlecht, was? Kannst die Hunde von der Leine lassen!“
Faymann:
Passt Michl, super g'macht! I sag glei dem Josef (Ostermayer, Medien-Staatssekretär, SPÖ), er soll an Rundruf in die Redaktionen machen. Für jede Rücktrittsaufforderung gegen die Gabi gibt's a Extra-Inserat.

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