Größter öffentlicher Werber ist die Stadt Wien

Jetzt gibt es die Zahlen schwarz auf weiß: Die Stadt Wien ist beim Ausgeben von Geld für Werbung im Vergleich zu anderen Institutionen der öffentlichen Hand mit Abstand am großzügigsten. Und am liebsten inserieren Häupl und Co. in der Gratiszeitung Heute, die im dritten Quartal 2012 alleine fast eine Million Euro erhielt. Die Steuerzahler müssen also tief in die Tasche greifen, um der rot-grünen Stadtregierung eine genehme Berichterstattung “erkaufen” zu können.

Dass Wien das Zentrum der Inseraten-Affäre ist, sagt auch Florian Skrabal. Er ist Chef einer Gruppe von freien investigativen Journalisten, die die Website dossier.at gegründet und ziemlich spektakulär mit einer Facette der Inseraten-Affäre begonnen haben. Sage und schreibe 29 Millionen Euro sollen demnach die Stadt Wien und stadteigene Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren in die Gratiszeitung Heute geschaufelt haben. Deren Herausgeberin Eva Dichand wies die Zahlen prompt als falsch zurück.

Öffentliche Hand gab insgesamt 37 Millionen Euro aus

Die Millionen rinnen indes munter weiter Richtung Eva Dichand und ihrem Geschäftspartner Wolfgang Jansky, dem früheren Pressesprecher von Werner Faymann. Das geht aus den erstmals veröffentlichten Daten nach dem neuen Medientransparenzgesetz hervor. Rund 37 Millionen Euro hat die öffentliche Hand im dritten Quartal 2012 für Werbeaufträge und -kooperationen mit den heimischen Medien ausgegeben. Größter öffentlicher Werber war dabei die Stadt Wien mit rund 6,4 Millionen Euro Werbeausgaben, mit gemeindeeigenen Unternehmen kommt die Bundeshauptstadt auf knapp neun Millionen Werbevolumen.

Die größten Inseratenaufträge an einzelne Medien kamen im dritten Quartal ebenfalls von der Stadt Wien. Die Gratiszeitung Heute erhielt 994.570 Euro, Österreich 619.824 Euro und die Kronen Zeitung 610.219 Euro. Viel Geld bekamen also all jene Medien, die für brave, regierungstreue Berichterstattung bekannt sind. Unter den Bundesministerien waren das Innenministerium mit 450.000, das Bundeskanzleramt mit 328.000 und das Landwirtschaftsministerium mit 232.000 Euro die stärksten Werber.

Von den staatsnahen Unternehmen gab der ORF etwa 1,6 Millionen Euro für Werbung aus, mehr als ÖBB-Firmen, die Aufträge von mehr als 1,3 Millionen Euro erteilten. Die Agrarmarkt Austria Marketing steckte 1,1 Millionen in die Werbung, die Autobahn- und Straßengesellschaft ASFINAG 202.000 Euro.

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