Davon geht die Welt nicht unter…

Eines haben unser christlicher Gregorianischer Kalender und jener der Maya gemein: Sie sind unendlich. Aber während sich unserer in Jahre und nach dem Dezimalsystem in Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende gliedert, heißt der größte Zyklus im Maya-Kalender Baktun und umfasst ungefähr 394 unserer Jahre. Am 21.12.2012 endete das 13. Baktun und es begann Nr. 14. Dass an diesem Tag die Welt untergehen würde, behaupteten die Maya nie.

Weltuntergangsängste sind so alt wie die Menschheit selbst. Sich darüber lustig zu machen, ist kaum angebracht. Denn wie soll man Katastrophen wie etwa ein Erdbeben oder die Pest ohne naturwissenschaftliche Kenntnisse deuten? Und wie soll die breite Masse der Bevölkerung sich nicht vor dem Weltuntergang fürchten, wenn das selbst Papst Silvester II. (999-1003) tut, der noch dazu Mathematiker und Astronom ist? Für Silvester II. war mit dem Jahr 1000 Schluss. Begünstigt wurde das sicher durch die damalige Grundstimmung. Im 10. und 11. Jahrhundert hatte die Besiedlung Europas zahlenmäßig eine Talsohle erreicht und die Menschen wurden buchstäblich vom Wald zugewachsen. Heutige Wissenschafter behaupten, dass ein seinerzeit von Baum zu Baum springendes Eichhörnchen von den Pyrenäen bis nach Skandinavien gekommen wäre. Und wir alle erinnern uns noch an den Jahreswechsel 1999/2000, als einer Befürchtung zufolge ein übersehenes technisches Detail (vulgo „y2k“) bei der Umstellung vieler Computer von zwei- auf vierstellig zuschlagen und z. B. eine Atomrakete auf den Weg hätte schicken können.

Kollision mit Asteroid nicht auszuschließen

Aber Asteroiden sind in der Tat nicht zu unterschätzen. Jener mit dem sperrigen Namen 2002 NT 7 (die Jahreszahl bezieht sich immer auf die teleskopische Entdeckung) wird uns am 1. Februar 2019 ziemlich nahekommen. Die Astronomen können heute nicht einmal ausschließen, dass er mit der Erde sogar kollidiert. Da 2002 NT 7 zwei Kilometer breit ist und 28 Kilometer pro Sekunde zurücklegt, wäre das für uns Terraner durchaus fatal. Sollten wir das überstehen, so wird es am 26. Oktober 2028 um halb zwei Uhr früh spannend. Da rast nämlich 1997 XF 11 an der Erde vorbei, und das mit einer Entfernung von nur 50.000 Kilometern. Zum Vergleich: Der Mond ist 300.000 Kilometer entfernt, unsere Satelliten 36.000 Kilometer. Die Wissenschaft kann heute noch nicht gänzlich ausschließen, dass 1997 XF 11 mit der Erde kollidiert, aber sie weiß, welche Wirkung das hätte: Die Wucht wäre die zweimillionenfache Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima, ein Einschlagen ins Meer würde eine 30 Meter hohe Flutwelle verursachen.

Nicht gefährlich für den Planeten, aber für die Menschheit, könnten Vulkane werden. Für uns Europäer besonders interessant: die isländischen. Die Lahmlegung des europäischen Luftverkehrs durch den Eyjafjallajökull im März 2010 war noch harmlos. Als der Lakagígar im August 1783 zu spucken begann, bedeutete das fürs europäische Festland nicht nur Schwefelgeruch, sondern jahrelange extreme Wetterkapriolen. Die Missernte 1788 und die daraus resultierende Hungersnot soll indirekt sogar die Französische Revolution ausgelöst haben.

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