Todesstrafe für Papst: Uni-Professor kommt ungeschoren davon

Keine Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft Graz gegen Uni-Professor Richard Parncutt aufnehmen, der die Todesstrafe für Papst Benedikt XVI gefordert hatte. „Nicht jede misslungene Formulierung ist strafbar“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hansjörg Bacher, gegenüber der APA. Man habe geprüft, aber keine möglichen Tatbestände eines Offizialdeliktes erkennen können.

Parncutt ist gebürtiger Australier und Professor für systematische Musikwissenschaft an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Zu den Weihnachtsfeiertagen schickte er über den offiziellen Uni-Webspace ein Pamphlet hinaus, in dem er sich über die Weigerungshaltung des Vatikans zur Empfängnisverhütung alterierte. Papst Benedikt und einige seiner Berater seien für Millionen von AIDS-Toten in der Zukunft verantwortlich zu machen. Ihnen gebühre die Todesstrafe. Die Universität reagierte. Der Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät, Helmut Konrad, sagte: „Die Universität distanziert sich klar und deutlich.“ Man lege größten Wert darauf, dass die Wahrung aller Menschenrechte zu den obersten Prinzipien der Universität Graz gehöre.

Disziplinarrechtliche Schritte möglich

Der Beitrag ist inzwischen vom Uni-Server gelöscht worden, ist aber weiter in diversen Blogs nachzulesen. Richard Parncutt entschuldigte sich in der Öffentlichkeit „bei allen, die sich durch den Text beleidigt fühlen“. Seine Vergleiche seien völlig unangebracht gewesen. Im Jänner muss Parncutt zu einem Gespräch mit der Uni-Leitung, die disziplinarrechtliche Schritte erwägt.

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