Hetze gegen Haslinger: Kurier-Chef gesteht Fehler ein

Nichts fordert den Widerstand des Systems so sehr heraus wie die Wahrheit. Der Wiener FPÖ-Landtagsabgeordnete Gerhard Haslinger muss dies derzeit am eigenen Leib erfahren. Nachdem er auf das Gefüge von Teilen der türkischen Gemeinschaft in seinem Heimatbezirk Wien-Brigittenau aufmerksam gemacht hatte, wurde er von einem Wiener Lokaljournalisten wegen Verhetzung angezeigt. Die Gutmenschen-Organisation SOS Mitmensch wirft ihm „Rassismus“ und „Hetze“ vor.

In diesen Chor wollte gestern auch Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter einstimmen. Offenbar machte er sich dabei jedoch nicht einmal die Mühe, die Originalaussagen Haslingers zu lesen. Und so schrieb Brandstätter in einem Kommentar – skurrilerweise über Maß, Stil und Vernunft in der Politik – folgendes vor sich hin:

Wenn ein Mann Frauen vergewaltigt, gehört er in U-Haft und vor Gericht gestellt, egal, ob Österreicher oder Türke. Aber es sind nicht „alle Türken in der Brigittenau Teil einer geschlossenen Gesellschaft von Verbrechern“ wie der FPÖler meinte, der übrigens von Beruf Polizist ist.

Das markierte Zitat ist frei erfunden. Haslinger hat das nie gesagt. Via Twitter warf daher FPÖ-TV dem Kurier-Chefredakteur schäbigen Journalismus vor. FPÖ-Generalsekretär Vilimsky ergänzte:

Wie heißt es: Eine genaue Recherche macht den besten Kommentar hin. Offensichtlich "verösterreichert" der Kurier!

Das wollte Brandstätter dann offensichtlich doch nicht auf sich sitzen lassen und korrigierte das Zitat sowohl online als auch in der Morgenausgabe. Nun liest es sich so:

Wenn ein Mann Frauen vergewaltigt, gehört er in U-Haft und vor Gericht gestellt, egal ob Österreicher oder Türke. Es ist eben nicht so, dass die Türken der Brigittenau „eine in sich geschlossene Gesellschaft bilden, wo zusammengehalten wird bei Sozialmissbrauch und schweren Verbrechen“, wie der FPÖler meinte, der von Beruf Polizist ist.

Auch das ist streng genommen nicht ganz korrekt, sprach Haslinger doch nur von einem „Gutteil“ der türkischstämmigen Bezirksbevölkerung, kommt der Wahrheit jedoch immerhin um einiges näher. Brandstätter ergänzte seinen Kommentar online zudem mit Haslingers Presseaussendung im Original, sodass sich die Leser nun ein Bild machen können, was er tatsächlich gesagt oder auch nicht gesagt hat. Wiens FPÖ-Landesgeschäftsführer Hans-Jörg Jenewein zeigte sich dennoch zufrieden und twitterte:

Fehler können passieren. Man muss anerkennen, wenn Brandstätter diesen korrigiert.

Anders als etwa ein gewisser Claus Pándi…

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