Ungarische Juden übersiedeln nach Österreich

Bei Debatten um “Asyl” oder “Zuzug” wird Österreich sehr gern und schnell als rassistisches oder antisemitisches Land dargestellt. Doch wie es scheint, wird die Faschismuskeule nur dann geschwungen, wenn sie gerade ins Klischee passt. Denn wie jetzt bekannt wurde, übersiedeln immer mehr Juden nach Österreich. Sie kommen vornehmlich aus Ungarn, wo sie angeblich mit starkem Antisemitismus zu kämpfen haben, aber auch aus Schweden, wo sie von radikalen Muslimen verdrängt werden.

Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), sagte gegenüber der APA, dass es eine vermehrte Zuwanderung ungarischer Juden nach Österreich gebe. “Es freut mich zwar, dass die Leute kommen, aber die Umstände, die sie zwingen, Ungarn aufgrund der politischen Situation zu verlassen, aufgrund des Antisemitismus in Ungarn, machen mich nicht happy”, so Deutsch. Es könne in der heutigen Zeit nicht sein, dass in einem Land, das Mitglied der Europäischen Union ist, “Roma und Sinti geschlagen werden”, so der IKG-Präsident. Ungarn weist den Vorwurf des Antisemitismus auf das Schärfste zurück. Zwar sorgte es international für Aufsehen, dass ein Abgeordneter der Jobbik-Partei die Registrierung jüdischer Politiker in Ungarn verlangte, doch die Regierung von Viktor Orban distanzierte sich sofort von dieser Äußerung.

150 jüdische Familien pro Jahr nach Österreich

Dass immer mehr jüdische Mitbürger nach Österreich zuwandern, tut der Kultusgemeinde gut. Sie schrumpfte zuletzt auf 8.000 Mitglieder, weshalb Oskar Deutsch schon bei seinem Amtsantritt verkündete, in den nächsten Jahren fünftausend jüdische Familien in Österreich ansiedeln zu wollen. Dabei helfen soll die durch das Fremdenrechtsänderungsgesetz von 2011 geschaffene Rot-Weiß-Rot-Card. “Wir sind der Meinung, und unsere Statistiken zeigen das, wenn wir nicht jüdische Einwanderung in den nächsten Jahren haben, wird unsere Kultusgemeinde nicht mehr existieren”, warnt Deutsch. “Also planen wir im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Card zumindest jedes Jahr 150 jüdische Familien aus verschiedenen Staaten nach Wien zu bringen.”

Sollte sich die Zuwanderung aus Ungarn in nächster Zeit verstärken, könnte die von Deutsch angepeilte Zahl von Fünftausend schneller erreicht sein als gedacht. Laut dem IKG-Präsidenten habe er sowohl von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) als auch von  Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) “jede Unterstützung”  bei der Zuwanderung aus Ungarn.

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