Wo man die wahren Antisemiten findet

31. Januar 2013 - 18:31

Sieht man sich in Wien die 13 Mitglieder von Stadtsenat/Landesregierung und die 100 von Gemeinderat/Landtag an, so findet man nur eines jüdischen Glaubens. Das ist Stadtrat David Lasar, der der FPÖ angehört - jener Partei, die ständig als „antisemitisch“ angepöbelt wird. Lasar zeichnete nun anhand eines aktuellen Anlasses das Bild der tatsächlichen Situation.

Hie und da gibt sich die politische Linke, die den alleinigen Besitz des Guten und der Wahrheit für sich in Anspruch nimmt, doch selbstkritisch. Das betrifft auch linken Antisemitismus. Ingrid Strobl, feministische Ikone der österreichischen Linksextremen, 1990 wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu drei Jahren Haft verurteilt und später Universitäts-Lehrende in Österreich und der Bundesrepublik Deutschland, ging dieses Thema in ihrem 1994 erschienenen Buch „Das Feld des Vergessens“ schonungslos an. Und auf Initiative des damaligen SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer gab 2005 Ex-DÖW-Chef Wolfgang Neugebauer, Sohn eines Waffen-SS-Funktionärs, den Band „Der Wille zum aufrechten Gang“ heraus, der den SPÖ-eigenen Bund Sozialistischer Akademiker (BSA) als Sammelbecken ehemaliger Nationalsozialisten beleuchtete.

Justiz legt linken Antisemitismus zu den Akten

Geistig dürfte das wenig bewirkt haben. „Israel auslöschen!“ – das öffentlich zu skandieren wäre für einen Freiheitlichen wohl mit einer Haftstrafe verbunden. Bei jenem Linksextremen, der das 2012 formulierte, wurden nun von der rot eingefärbten Staatsanwaltschaft Wien die Ermittlungen eingestellt. FPÖ-Stadtrat David Lasar, Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde, kommentierte das als „Schand-Entscheidung“.

Lasar ist ganz allgemein zunehmend über die verstärkten antisemitischen Tendenzen innerhalb der Linken und speziell der SPÖ besorgt: „Nach den Hass-Tiraden des Wiener SPÖ-Gemeinderats Omar Al-Rawi gegen Israel auf einer Veranstaltung vor der vergangenen Wiener Wahl zogen die Teilnehmer dann mit ‚Hitler, wach auf!‘-Plakaten durch die Stadt. Keinerlei Konsequenzen! Ein Wiener Gemeinderat ließ sich etwa zur gleichen Zeit mit einem Hass-Rapper abbilden, der in einem Lied die furchtbaren Terror-Anschläge in New York vom 11. September 2001 mit 3.000 Toten feiert. Keinerlei Konsequenzen! Die letzten Nazi-Schmierereien, die eindeutig einer Partei zugeordnet werden konnten, stammen von der Sozialistischen Jugend. Sie erfolgten zusammen mit einem politisch motivierten Brandanschlag vor der Wahl in Innsbruck im vergangenen Jahr. Wurde jemand wegen Wiederbetätigung oder Verhetzung angeklagt? Nein!"

Lasar: SPÖ soll sich von einschlägigen Genossen distanzieren

David Lasar appelliert angesichts solcher Beispiele aus der Gegenwart eindringlich an die SPÖ: "Es stünde den Sozialisten gut an, sich endlich von ihren einschlägigen Genossen zu distanzieren, dem Antisemitismus abzuschwören und ihre schützende Hand über den Tätern zurückzuziehen."

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