Migranten sind angeblich besser als ihre Jobs

Die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger präsentierte im Café Griensteidl die Untermauerung einer SPÖ-These: Migranten seien hochqualifiziert, aber falsch eingesetzt.

Eigentlicher Gastgeber war der Österreichische Städtebund. Dessen Generalsekretär Thomas Weninger erklärte eingangs, dass man 2008 einen Fachausschuss zu Integration geschaffen habe, dessen stellvertretende Vorsitzende Sandra Frauenberger sei. Diese leitete damit ein, dass 43 Prozent der gutgebildeten Migranten minderqualifiziert arbeiten würden. Der Schlüssel zur Problemlösung sei eine gesetzliche Änderung bei der Nostrifikation (Anerkennung) der im Ausland erworbenen Qualifikationen. Sozialminister Hundstorfer habe dankenswerter Weise das erfolgreiche Wiener Modell der Nostrifikationsberatung auch in anderen Städten eingeführt. In Wien gebe es den WAFF und „StartWien“, wordurch 90 Prozent aller Neuzuwanderer erreicht würden. Ihr selbst habe einmal bei einem Stand eine Physikerin eine Pizzaschnitte verkauft.

Eine zusätzliche Milliarde Steuern möglich?

Dann präsentierte August Gächter vom Zentrum für soziale Innovation (ZSI) eine Studie. Das ZSI ist weitgehend unbekannt, weist aber alleine auf seiner Internetseite 57 Mitarbeiter auf. Gächter kommt schnell voll in Fahrt: Die Sozialpartnerschaft habe bislang den Fehler gemacht, sich auf die Herstellung von Beschäftigungsfähigkeit zu konzentrieren, dabei müsse man die Migranten nur adäquat einsetzen. Täte man das, wären bei den Migranten 16 Prozent mehr Frauen und 10 Prozent mehr Männer beschäftigt. Er sei selbst verblüfft über dieses exorbitante Ausmaß. Bei adäquaterem Einsatz am Arbeitsmarkt würden die Migranten pro Jahr 1 Milliarde Euro mehr verdienen und die Kommunen über die Steuern 1,35 Milliarden mehr lukrieren. Überdies würden 424.000 Arbeitsplätze für weniger gut Qualifizierte frei. Wien mit seinem höchsten Anteil an Migranten (45 Prozent der Erwerbstätigen ohne Berücksichtigung der Bundesdeutschen) weiche nicht ab. Als ein Journalist Zweifel an den 424.000 Arbeitsplätzen erkennen lässt, antwortet Gächter, dass diese Zahl „vollumfänglich zutreffend“ sei. Viele Betriebe würden Chancen nicht erkennen, weil der Bewerber grammatikalische Fehler mache oder einen Akzent habe. Er kenne selbst einen iranischen Ingenieur, der seit sechs Monaten erfolglos Arbeit suche. Und migrantische Arbeitnehmer würden sich fürchten, auf ihre höhere Qualifikation hinzuweisen, weil das sogar zu einer Kündigung führen könne.

Frauenberger will Qualifizierungsoffensive

Frauenberger wies darauf hin, nächste Woche im Gemeinderat eine Qualifizierungsoffensive präsentieren zu wollen. 60 Prozent der Neuzuzügler seien jedoch ohnehin gut qualifiziert. Gächter ließ es sich nicht nehmen, noch einige Sonderbarkeiten beizusteuern: „Es ist kein Fall bekannt, dass ein Österreicher durch einen Migranten seine Arbeit verloren hat!“ Mit seinerzeitigem Einsetzen der Arbeitsmigration „fand eine Verdrängung nach oben statt“(?), „die für die Österreicher sehr unbequem war“(?). Die Losung „Integration vor Neuzuwanderung“ sei „friedensnobelpreisverdächtig, weil sie alle politischen Lager einte“(?), sei aber grundfalsch. Zum Abschluss meinte er noch, dass die für die Kommunen lukrierbaren 1,35 Milliarden für den Bund das Sieben- bis Achtfache bedeuten würden.

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