Zu wenig Polizei: Aufstand der roten Bezirkschefs

In Wien gibt es zu wenige Polizisten. Zwei SPÖ-Bezirkschefs wagen sich nun in die Öffentlichkeit und sprechen von einer „dramatischen Situation“. Beim Bezirksvorsteher der Brigittenau, Hannes Derfler, haben nach einem bezirksinternen Jugendparlament „die Alarmglocken geläutet“. Sein Kollege in Donaustadt, Norbert Scheed, vermisst ob der Einbruchstatistik, wo der 22. Bezirk stets auf den vorderen Plätzen rangiert, die Polizeipräsenz.

Noch gut in Erinnerung ist die öffentlich wirksame Vereinbarung zwischen Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), dass Wien bis 2015 weitere 1000 Beamte bekommen soll. Danach sieht es derzeit nicht aus. Die Zwischenbilanz ist ernüchternd. Häupl sagte vor wenigen Tagen im Kurier: „Ich habe berechtigte Sorge, dass der Pakt eingehalten werden könnte.“ Bei der Wiener Polizei beteuert man zwar, mit bis zu 500 neuen Polizisten seit 2009 im Plansoll zu liegen, doch die Bezirke sind mehr als skeptisch. Da seien wohl einige Köpfe mehrmals gezählt worden, argwöhnt Derfler. Der Bezirkschef der Brigittenau hat nach eigenen Angaben mit einer Häufung von Drogenkonsum und Überfällen in den Grünanlagen zu kämpfen. Ein Teilnehmer einer Diskussion habe deshalb Notrufsäulen und mehr Polizei in den Parks gefordert. Sein Amtskollege Scheed in Donaustadt versteht nicht, warum für seinen 160.000 Einwohner zählenden Bezirk im Nachtdienst nur 29 Beamte zur Verfügung stehen. „Umso betrüblicher, dass jetzt auch über die Schließung von Wachzimmern während der Nacht diskutiert wird“, so Scheed im Kurier.

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