Standard-Leserin sieht „Hakenkreuze“ auf Turnvater-Denkmal

Eine Standard-Leserin wandte sich „irritiert“ an diese Zeitung und meinte, auf dem Denkmal für „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn auf dem Jauerling würden sie die Zeichen auf Plaketten an Hakenkreuze erinnern. Diese eine Leserin genügte dem Standard, um einen Artikel mit dem Titel „Immer wieder Ärger mit dem rechten Turnvater“ zu veröffentlichen.

Über das Turnerkreuz, dieses Symbol des Österreichischen Turnerbundes (ÖTB), das schon seit den 1990er Jahren nicht mehr verwendet wird, wurde in der Vergangenheit schon oft debattiert. Es findet sich noch auf mehreren Gedenktafeln, die an Jahn erinnern. Das Zeichen besteht aus vier oben abgerundeten „F“, die im rechten Winkel zueinander angeordnet sind und für die Worte „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ stehen.  

Sozialistische Jugend zu Unterlassung verurteilt

Das Symbol ist nicht verboten und darf verwendet werden. In den neunziger -Jahren hatte die Sozialistische Jugend (SJ) eine Anzeige wegen des „Verstoßes gegen das Abzeichengesetz“ eingebracht und eine Kampagne über „braune Flecken“ gestartet. Die SJ wurde 1998 aber zu Unterlassung, Widerruf und Erstattung der Gerichtskosten verurteilt. Die Begründung des Gerichts lautete, dass aus den vier „F“ nicht der Eindruck erweckt werde, dass der Turnerbund das Hakenkreuz verwende. Kuriosum am Rande: Viele Jahre wurde der ÖTB vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) als eine rechtsextreme Organisation eingestuft.

Ärger über Jahn 161 Jahre nach seinem Tod

Auf Wikipedia findet sich folgende Beschreibung über den Mann, der 161 Jahre nach seinem Tod in manchen Medien noch immer für Ärger sorgt:

Friedrich Ludwig Jahn (auch „Turnvater Jahn“ genannt; * 11. August 1778 in Lanz; ? 15. Oktober 1852 in Freyburg (Unstrut)) war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war unter anderem mit der Zielsetzung entstanden, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens und Deutschlands vorzubereiten. Den ersten Turnplatz schuf er 1811 in der Berliner Hasenheide. Die von Jahn und seinen Mitstreitern auf dem Turnplatz in der Hasenheide demonstrierten Vorstellungen von der „Deutschen Turnkunst“ sind im heutigen Turnbetrieb noch wiederzufinden, ebenso grundlegende von Jahn eingeführte Begriffe und Bezeichnungen, die Eingang in die wissenschaftliche Terminologie des Geräteturnens gefunden haben. Damit hat Jahn die Grundlagen nicht nur für den Turnbetrieb, sondern zum großen Teil auch für den heutigen Sportbetrieb geschaffen. Das von Jahn begründete Turnen (Geräte, Übungen) entwickelte sich zur heutigen Sportart Gerätturnen.

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