Zwangsbeiträge finanzieren Kampf gegen Grundrechte

Es ist nicht weiter bemerkenswert, wenn 3000 Menschen gegen den Wiener Akademikerball auf die Straße gehen. Angesichts der einhelligen Empörung praktisch aller linker Organisationen bis hinein ins bürgerliche Lager ist es sogar ein Armutszeugnis, dass es nicht mehr waren. Immerhin konnte man für die Zugfahrkarte von der Österreichischen Hochschülerschaft bis zu 50 Euro lukrieren. Ein mit Zwangsbeiträgen finanzierter Erlebnistrip also, während die Leistungsträger in der Hofburg 75 Euro pro Eintrittskarte ablegten, von den Kosten für die Abendgarderobe und die Konsumation gar nicht zu reden. Dennoch waren es kaum weniger, die in der Hofburg tanzten. Wenn sie es denn so weit geschafft hatten, denn der Spießrutenlauf durch die linksextremen Horden forderte seine Opfer. Die Polizei war – offensichtlich auf Befehl von oben – außerstande, eine gefahrlose Anfahrt der Ballgäste sicherzustellen.

Kommentar von Martin Graf

Die Unterstützung der ÖH für Demo-Touristen, die es nach bisherigen Erkenntnissen in Salzburg und Graz gegeben haben soll, ist besonders perfide, wenn man sich vor Augen hält, dass dafür auch das Geld jener Studenten herangezogen wird, die das Ziel der linken Gewalt sind: Aktive der studentischen Korporationen und ihre Damen, Mitglieder des Rings freiheitlicher Studenten, der die ÖH nun wegen Untreue anzeigen will. Die sich von den Anliegen ihrer Klientel immer weiter entfremdende Studentenvertretung liefert damit ein weiteres Argument gegen ihre Zwangsalimentation. Zwar war die ÖH schon bisher nicht in der Lage, die Beiträge ihrer Mitglieder so einzusetzen, dass sie der studierenden Allgemeinheit bestmöglich zu Gute kommen, die Finanzierung von Protesten gegen eigene Mitglieder jedoch sollte den letzten Zweiflern die Augen öffnen.

ORF: Friedliche Menschen auf beschaulichen Demos

Die ÖH ist jedoch nicht die einzige zwangsfinanzierte Organisation, die sich rund um den Akademikerball einseitig positioniert. Auch der ORF tat alles, um den Ball so gefährlich wie möglich, die Demonstrationen dagegen so friedlich wie möglich darzustellen. Schon der Unterton der Moderatoren, wenn sie Berichte über den „sogenannten Akademikerball“ ankündigten, verriet alles. Oder können Sie sich erinnern, jemals Beiträge über den „sogenannten Opernball“ oder den „sogenannten Jägerball“ im ORF gesehen zu haben? Nach 22 Uhr, als bereits zahlreiche Ballgäste attackiert oder bespuckt worden waren, sprach der ORF von „größtenteils friedlichen, um nicht zu sagen beschaulichen Demonstrationen“. Die Polizei, so wird suggeriert der ORF, habe aus den negativen Erfahrungen des letzten Jahres gelernt und entsprechend diesmal alles im Griff – was für eine Verhöhnung der von linker Gewalt Betroffenen! Und während in manch anderen Medien die schockierenden Videos von Ballbesuchern, denen vom entfesselten Mob ins Gesicht gespuckt wird, für Betroffenheit und empörte Berichterstattung sorgten, war im Staatsfunk davon natürlich keine Rede.

Was für die ÖH gilt, muss also auch für den ORF gelten. Es ist nicht einzusehen, dass Bürger zwangsverpflichtet werden, eine Berichterstattung zu finanzieren, die sich völlig einseitig gegen zumindest alle Freiheitlichen in diesem Land, in diesem Fall wohl gegen das Empfinden einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung richtet, die – könnte sie frei von Wertung sehen, was sich abgespielt hat – keine Sekunde zögern würde, wer hier auf der Seite von Demokratie und Grundrechten steht und wer nicht.

Martin Graf ist Dritter Nationalratspräsident und Initiator von Unzensuriert.at.

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