Spendenskandal bei „Menschen für Menschen“?

Wirbel um die vom Schauspieler Karlheinz Böhm gegründete Organisation „Menschen für Menschen“. Das deutsche Massenblatt BILD titelte vorige Woche sogar: „Wird sein Lebenswerk zerstört?“ Grund der Aufregung: Ein Millionär, Spender und Kuratoriumsmitglied der Stiftung, die Böhms Ehefrau Almaz leitet, listet Verfehlungen auf, wonach Gelder zweckentfremdet verwendet worden sein sollen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Im Salzburger Büro der Organisation ist die Frau der 84-jährigen Schauspieler-Legende, Almaz Böhm, derzeit um Schadensbegrenzung bemüht. Sie bestätigte gegenüber der ORF-Sendung „Salzburg Heute“ die heftige Kritik des deutschen Großspenders, der acht Millionen Euro für „Menschen für Menschen“ gegeben und wegen eines Neubaus in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba nun die Stiftung verlassen hat. Mit diesem Neubau sei der Spender nicht einverstanden gewesen, er sei daher ausgetreten, beschwichtigte Almaz Böhm die harten Vorwürfe. Allerdings nehme sie die Vorwürfe ernst und werde alles prüfen lassen. Dass Spendengelder nicht ausschließlich den Hiflsbedürftigen in Äthiopien zugute kämen, schließt Almaz Böhm aber aus.

Deutscher Großspender listet in einem Brief „Sünden“ auf

Entgegen dieser Darstellung listet der deutsche Großspender Jürgen Wagentrotz (68) in einem Brief an die Stiftung, der auch Zeitungen zugespielt wurde, „Sünden“ auf. Heftigster Vorwurf: Bilanzfälschung. So schreibt der Millionär: „Meine jährliche Spende über eine Million Euro lief nicht durch die Bücher, sondern ich bezahlte Rechnungen direkt.“ Folglich würden insgesamt acht Millionen Euro nicht in der Bilanz aufscheinen. Schwer wiegt auch sein Vorwurf, Almaz Böhm habe sich jährlich 70.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt, eine Privatvilla am See bauen lassen und „50 Millionen Euro auf Festgeldkonten gehortet“. Es gilt die Unschuldsvermutung. Spender warten aber gespannt, was bei diesem Streit herauskommt.

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