Asyl: „Ankerkinder“ werden zum Massenphänomen

Im Jänner 2012 kritisierte der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau den in der öffentlichen Diskussion gebrauchten Ausdruck der „Ankerkinder“. Er bezeichnete diesen Ausdruck damals als „schäbig, herzlos und auch inhaltlich falsch“ und verwahrte sich gegen diese „generelle Diffamierung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge“. Eine Statistik der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) müsste dem Caritas-Direktor jetzt aber zu denken geben. Denn es gibt sie sehr wohl, die „Ankerkinder“, und das gar nicht zu knapp. Allein 2012 kamen insgesamt 1.631 von ihnen nach Österreich.

Anstieg der Ankerkinder um 44 Prozent gegenüber 2011

Die Anzahl der Ankerkinder ist von 2011 auf 2012 um 44 Prozent gestiegen. Während im Jahr 2011 noch 1.136 unbegleitete Kinder nach Österreich zur Erlangung eines Asylantenstatus einreisten, waren es 2012 bereits 1.631. Unter den Herkunftsländern dominieren ebenso wie 2011 Afghanistan, Pakistan und Somalia.

Klare Worte fand bereits im März 2012 der Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen, Franz Schabhüttl, zum Thema der Ankerkinder: „Das heißt, die Kinder kommen hierher zu uns, werden ins System hineingenommen und haben dann ein Anrecht darauf, dass ihre Eltern nachkommen, also die Kernfamilie.“

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