Fleischskandal: Essen wir auch Hunde und Katzen?

Der Fleischskandal zieht immer weitere Kreise. Auch in Österreich schaltet sich nun die Justiz ein und ermittelt gegen jenen Fleischerzeuger, in dessen „Kärntner Hauswürstln“ ein hoher Anteil an Pferdefleisch festgestellt worden war. Angesichts der unglaublichen Praktiken quer durch die gesamte EU und der offensichtlich zu zahnlosen Kontrollen erhebt sich die Frage: Waren es wirklich „nur“ Pferde, die falsch deklariert in den Handel gekommen sind?

Die freiheitliche Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein ist sich nicht sicher. Gerade in Rumänien, wo Wildpferde geschlachtet und verarbeitet worden sein sollen, gibt es auch eine große Anzahl an wilden Hunden, man spricht von „Straßenkötern“. „Die AGES wäre gut beraten, auch dahingehend Tests durchzuführen und die Bevölkerung entsprechend zu informieren. Die Profitgier scheint grenzenlos. Es wird Zeit, schonungslos aufzuzeigen, was den Konsumenten alles vorgesetzt wird“, fordert Belakowitsch-Jenewein in einer Presseaussendung.

Stöger verabschiedet sich in die Bäckerei

Gesundheitsminister Stöger (SPÖ) gab in der Zeit-im-Bild 2 keine konkrete Auskunft, ob diese Tests durchgeführt werden. Generell blieb er völlig unkonkret und betonte die „guten Nachrichten“, dass keine Gesundheitsgefährdung aufgetreten sei und die Kontrollen funktionieren würden. Beides erscheint freilich keineswegs erwiesen. Stöger wirkte bei seinem ersten Auftauchen nach tagelanger intensiver Diskussion über den Fleischskandal zutiefst unsicher. Schon morgen wendet er sich daher weniger brisanten Themen zu. Er zieht in der Bäckerei Felber in einer Pressekonferenz eine Zwischenbilanz der „Salzreduktionsoffensive“.

Indessen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen jenen Lavanttaler Wurstproduzenten aufgenommen, in dessen Produkten Pferdefleisch festgestellt worden war. Der Verdacht lautet auf schweren Betrug. Der Anwalt bezeichnet die Vorwürfe als „übertrieben“, das Pferd sei seinem Mandanten untergejubelt worden.

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