ORF-Korrespondent Gelegs „schmerzt“ Unzensuriert-Bericht noch nach zwei Jahren

Zwei Jahre nach einem Unzensuriert-Bericht über eine Podiumsdiskussion mit ORF-Korrespondent Ernst Gelegs im Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) hat der ORF-Mann die Kritik an seinen Aussagen noch immer nicht verdaut. Im Standard-Interview bezeichnet Gelegs die Redakteure von Unzensuriert als „Propagandabeauftragte“, die nur das Ziel hätten, „die Glaubwürdigkeit kritischer Journalisten zu untergraben und damit die ihrer Kritik“. Unternehmen könne er dagegen aber nichts. Seine Anwältin habe ihm gesagt, das bewege sich leider noch in den Grenzen zulässiger Werturteile. Das gilt wohl auch für Gelegs Angriffe auf Unzensuriert.at, die jedoch deutlich zeigen, wie der Schelm denkt – und wie er daher auch sein könnte.

„Aber ich werde jetzt auf einer eigenen Homepage darstellen, wie es wirklich war“, so Gelegs im Standard-Interview. Ihm stinkt es offenbar noch immer gewaltig, dass Unzensuriert.at im Februar 2011 unter dem Titel „Ungarns ORF-Korrespondent blamiert sich vor Journalisten“ Gelegs Aussagen bei einer Podiumsdiskussion zum ungarischen Mediengesetz wahrheitsgetreu wiedergab. Mit Sätzen wie „Rücksichtsloser Umgang mit der Macht“, „Da läuft einem der kalte Schauer über den Rücken“ oder „Der Präsident ist nur eine Marionette des Premierministers“ schlug Gelegs beim Österreichischen Journalisten Club scharfe Töne gegen das ungarische Mediengesetz an. Doch siehe da: Anstatt Applaus erntete er Buhrufe der Zuhörer. Mehr noch: Gelegs wurde tendenziöse Berichterstattung vorgeworfen.

Ungarischer Botschafter wollte Veranstaltung verlassen

Entrüstet über die Aussagen des ORF-Journalisten zeigte sich damals auch der ungarische Botschafter in Wien, Vince Szalay-Bobrovniczky, der nahe daran war, die Veranstaltung zu verlassen. „Hätte sich Gelegs für seinen Marionetten-Sager nicht entschuldigt, wäre ich gegangen“, sagte der Botschafter nachher gegenüber Unzensuriert.at. Besonders peinlich: Auf die Frage eines Journalisten, ob seine Arbeit in Budapest vom neuen Mediengesetz beeinträchtigt sei, antwortete Gelegs: „Die einzige Klage, die ich führe, ist, dass Pressereferenten nicht immer zurück rufen, wie sie es versprechen.“ Deshalb die Pressefreiheit in Frage zu stellen, verwunderte die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion. Schließlich musste auch der Diskussionsleiter, ÖJC-Präsident Fred Turnheim, zugeben: „“In diesem Gesetz findet man zwar nichts, was es nicht in anderen Bestimmungen europäischer Länder auch gibt, doch sind in Ungarn sämtliche Grauslichkeiten der Mediengesetze von Europa drinnen.“

Dünnhäutig bei Kritik an eigener Person

Gelegs kam – gelinde gesagt – nicht gut weg bei dieser Diskussion. Dafür ist er selbst verantwortlich. Seine Aussagen hat Unzensuriert.at nicht erfunden, sondern er selbst hat sie so getätigt. Zwei Jahre danach zu behaupten, „diese Propagandabeauftragten haben eine Veranstaltung völlig falsch dargestellt“, beweist nur seine Dünnhäutigkeit. Aber Gelegs will, wie er ankündigte, auf einer Homepage darstellen, was beim ÖJC im Februar 2011 tatsächlich geschah. Ob das nach zwei Jahren noch jemanden interessiert?

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