ORF-Moderatorin Thurnher ergreift Partei für Homo-Adoption

Die FPÖ-Burgenland hat vor kurzem beschlossen, den Kontakt mit dem ORF komplett abzubrechen. Eine Entscheidung, die bei vielen blauen Wählern gut ankam. Manche meinten sogar, dass auch die Bundespartei diesem Beispiel folgen sollte. Am Sonntag bekamen die Befürworter dieser Position bei der Sendung „Im Zentrum“ erneut Nahrung. Moderatorin Ingrid Thurnher zeigte einmal mehr, dass sie kein Aushängeschild für Objektivität ist und griff ganz offen die Freiheitlichen an, die – so Thurnher – eine Partei sei, die mit höchstgerichtlichen Urteilen Probleme habe.

Es war ein unglaubliche Entgleisung einer der Objektivität verpflichteten Moderatorin, die damit einmal mehr unter Beweis stellte, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon ganz in den Fängen der rot-grünen Parteizentralen ist. Dass eine freiheitliche Abgeordnete überhaupt auf den Küniglberg eingeladen wurde, hatte damit zu tun, dass sich die FPÖ als einzige Partei klar dagegen ausspicht, als Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) allen homosexuellen Paaren das Recht auf Adoption von Stiefkindern einzuräumen. Anders als die grünen EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek, die sich seit 1980 offen zur Homosexualität bekennt und keinen Unterschied zwischen lesbischen und heterosexuellen Paaren bei Adoptionen erkennt, äußerte sich die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein auch im ORF klar gegen diese Forderung, weil „die Identität des Menschen mit Mutter und Vater untrennbar verknüpft ist“.

Gerichte entscheiden über gesellschaftspolitische Fragen

Belakowitsch-Jenewein kritisierte auch, dass zunehmend Gerichte und nicht die gewählten Politiker über solch wichtige gesellschaftspolitische Fragen entscheiden würden. Daraufhin fiel Thurnher nichts Besseres ein, als auf die FPÖ loszugehen: „Ihre Partei hat ja schon öfters mit höchstgerichtlichen Urteilen Probleme gehabt“, sagte sie in die Runde, ohne der Angegriffenen die Möglichkeit einer Entgegnung zu geben. Abgesehen davon sieht das Urteil gar nicht vor, dass Österreich nun Homo-Paaren die Adoption von Stiefkindern erlauben muss. Österreich, so wird im EMGR-Urteil klar ausgeführt, hätten dem lesbischen Paar die Adoption durchaus verweigern können, unsere Gerichte hätten es nun begründen müssen und nicht aus grundsätzlichen Überlegungen ablehnen dürfen. Wörtlich heißt es in dem Urteil:

Die österreichischen Gerichte hatten keine überzeugenden Argumente zum Nachweis der Notwendigkeit einer solchen Ungleichbehandlung zum Schutz der Familie oder des Kindeswohls vorgebracht.
Gleichzeitig unterstrich der Gerichtshof, dass die Konvention Staaten nicht verpflichtet, unverheirateten Paaren das Recht auf Stiefkindadoption einzuräumen.

Bei der Diskussion mit den Befürwortern der Homo-Adoption – Lunacek, Rechtsanwalt Helmut Graupner und Kinderpsychologe Thomas Pletschko – zum Thema „Zwei Frauen und ein Baby – Was ist Familie?“ bekamen die Zuschauer den Eindruck, dass eine Familie mit Vater und Mutter etwas Anormales ist, schwule und lesbische Paare dagegen scheinen zumindest im ORF die Regel zu sein. Denn neben Belakowitsch-Jenewein war nur noch das Mitglied der Bioethik-Kommission, die Juristin Stephanie Merckens, auf der Seite der Mehrheit der Österreicher, für die das Familienbild ein – wenn man es so nennen will – konservatives ist. Merckens sagte zum Urteil des EGMR treffend: „Ungleiches ungleich zu behandeln ist nicht diskriminierend.“

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