Eierskandal erschüttert Deutschlands Geflügelwirtschaftssystem

Ein Eierskandal noch nicht abzuschätzenden Ausmaßes erschüttert Deutschland. Wie bei Überprüfungen der zuständigen Aufsichtsbehörden ermittelt wurde, gibt es eine organisierte und systematische Überbelegung von Geflügelwirtschaftsbetrieben. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Oldenburg im Bundesland Niedersachsen spricht von einer flächendeckenden Systematik beim Betrug der Konsumenten und Aufsichtsbehörden. Es sollen pro Quadratmeter um das Vielfache mehr Küken gehalten worden sein als zulässig. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und auch das EU-Nachbarland Niederlande ausgeweitet.

150 Legehennenbetriebe der organisierten Massentierhaltung überführt

Allein in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sollen mindestens 150 Legehennenbetriebe mehr Hühner als erlaubt gehalten haben. In Niedersachsen stehen rund 15 Prozent der Betriebe im Fokus der Ermittlungen. Unter den gesetzwidrig handelnden Betrieben sollen sich neben konventionell geführten Hühnerfarmen auch Bio-Betriebe befinden. Bio-Eier sind somit falsch deklariert in den Handel gekommen. Die zuständigen Staatsanwaltschaften in den betroffenen Bundesländern möchten schon in den nächsten Wochen Anklage gegen einzelne Geflügelwirtschaftsbetriebe erheben.

CSU-Agrarministerin Aigner ortet Betrug in großem Stil

Begonnen haben die Ermittlungen gegen den Betrug bereits im Herbst 2011. Damals fanden erste Beschlagnahmen von Unterlagen und Beweismitteln in zahlreichen Geflügelwirtschaftsbetrieben statt. Fast eineinhalb Jahre später meldet sich nun auch erstmals die Bundespolitik zu diesem Thema zu Wort. Die für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zuständige Ministerin Ilse Aigner (CSU) spricht von betrügerischen Handlungen im großen Stil. Durch die kriminellen Betriebe würden sowohl die Verbraucher als auch die Berufskollegen betrogen. Die Agrarministerin ortet Defizite in der Kontrolle der Betriebe und mahnte ein, dass nicht nur die „Futterlisten und die Zahl der produzierten Eier“ kontrolliert werden müssten, sondern auch der tatsächliche Betrieb vor Ort.

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