Ernüchternde Bilanz des Arabischen Frühlings

Nach mehr als 2 Jahren lässt sich nun mit aller Klarheit unter die hoch gepriesene Revolution ein nüchterner Strich ziehen. Der vor allem von westlichen Medien hoch propagierte Arabische Frühling ist im wahrsten Sinne des Wortes im Sand verlaufen und die erhitzten Gemüter in Ägypten scheinen nicht zur Ruhe zu kommen.

Präsident Mursi ordert per Dekret seine Unfehlbarkeit an und räumt jede Möglichkeit, sein Wort in Frage zu stellen, aus dem Weg. Die starke Amtsbesetzung durch Mitglieder der Muslimbrüderschaft verdeutlicht die Vorgehensweise und Ziele des neuen Präsidenten. Dennoch ist der Versuch vorerst gescheitert, das Land am Nil von heute auf morgen in einen weiteren absoluten islamistischen Staat zu verwandeln. Während die Unruhen vom Tharir-Platz in Kairo nun auf immer mehr Provinzen übergreifen, schenkt Mursi den Protesten kein Gehör und lässt das Militär weiter im Einsatz. Er wurde schließlich auf vier Jahre Amtszeit gewählt und werde den Aufforderungen nach Rücktritt nicht nachkommen, weil die Stimme an der Urne deutlicher sei als die gemütserhitzten Schreie auf der Straße.

Die Wirtschaft erlebt indessen seit Monaten eine deutliche Flaute und die wichtigste Einkommensquelle, der Tourismus, leidet massiv unter den wieder zunehmenden Unruhen zwischen Opposition und Regierung. Von Mubarak zu Mursi war es offensichtlich nur ein Machtwechsel, höchstens eine Umpolung. Das absolute Element, gegen das sich ein Volk gewehrt hat, ist geblieben.

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