Moderne Hexenverbrennung fordert zahlreiche Opfer

In Papua-Neuguinea wird die in der westlichen Zivilisation längst überwundene Hexenverfolgung weiterhin mit höchster Intensität betrieben. Erst in jüngster Zeit führte dieser Wahn zu zahlreichen Opfern. Anfang Februar wurde die 20-jährige Kepari Leniata wegen angeblicher übernatürlicher Kräfte gefoltert und anschließend öffentlich verbrannt. Grund war der Tod eines sechs Jahre alten Kindes, welchen man dem Mädchen und seiner angeblichen „schwarzen Magie“ in die Schuhe schob. Dies ist nur die Spitze einer Entwicklung, die in letzter Zeit zahlreiche Opfer gefordert hat. Krankheiten und Schicksalsschläge werden von der gesamten Bevölkerung einer gewissen Person zugeordnet, und diese dann als Hexe verfolgt und getötet.

Anti-Hexerei-Gesetz als Basis vieler Verbrechen

Die Behörden von Papua-Neuguinea schauen dem Treiben rund um den Hexenkult oft tatenlos zu. Grund dafür ist, dass auch ein Teil der Polizei dem Aberglauben anhängt. Wenn eine aufgebrachte Menge eine vermeintliche Hexe verfolgt, dann sehen die anwesenden Polizisten nicht selten weg. Eine der Grundlagen für diesen mangelnden Einsatzwillen ist ein so genanntes „Anti-Hexereigesetz“ aus dem Jahr 1971. In dieser Rechtsnorm wird sowohl der Angriff auf Hexen als auch die Hexerei selbst unter Strafe gestellt und bildet so immer wieder die Basis für Selbstjustiz gegenüber angeblichen Magiern.

Bereits im Jahr 2009 wollte man dieses, für westliche Ohren absurd klingende Gesetz abschaffen. Trotz Empfehlung einer Kommission wurde die Entscheidung darüber bis heute auf die lange Bank geschoben. Nun möchte man einen neuen Anlauf starten.

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