Höbelt: Stronach nützt den Linken

Die heute erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins Zur Zeit widmet sich intensiv der Analyse der jüngsten Wahlergebnisse in Kärnten und Niederösterreich – besonders auch des Phänomens Stronach. Der Historiker Lothar Höbelt kommt in einem Gastkommentar zu dem klaren Schluss: Stronach nützt in erster Linie den Linken – und damit hauptsächlich der SPÖ. Stronach ist für Höbelt mit seinen rund 10 Prozent, die nun auch bundesweit erreichbar scheinen,

theoretisch Teil der bürgerlichen Mehrheit, aber praktisch Garant dafür, dass sie nicht zum Tragen kommt. Aus der Sicht der Linken ist Stronach daher Teil der Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft – die Haltung der Blätter, die vorzugsweise mit Faymann-Annoncen gefüttert werden, hat das zur Genüge bewiesen. Oder anders gesagt: Die Dinge müssen sich ändern – um die gleichen zu bleiben.

Pröll profitierte vom erfundenen Duell

Höbelts Analyse trifft bundespolitisch ins Schwarze, im schwarzen Niederösterreich war die Lage etwas anders, wie Friedrich-Wilhelm Moewe herausarbeitet:

Das Duell des 66-jährigen Landeshauptmannes mit dem 80-jährigen Herausforderer Frank Stronach hat dem Wahlkampf eine eigene Note gegeben. Das Team Stronach in einem Landtag, wo die ÖVP die absolute Mehrheit hat, wird die Frage aufwerfen, welche Funktion es eigentlich hat: Das Programm ist unklar, der Spitzenkandidat oft weg. Nun gibt es jedenfalls 5 Landtagsabgeordnete und ein Regierungsmitglied, die größte Leistung – allerdings nur für die ÖVP – ist jedoch schon vor der Wahl erbracht worden. Denn durch die Zuspitzung ist sicherlich die ÖVP-Wahlmaschinerie noch stärker aktiviert worden, hätte Frank Stronach gefehlt, Erwin Pröll hätte diese Herausforderung, diesen Reibebaum geradezu erfinden müssen. Frank wird sicherlich in die Dankgebete vieler ÖVP-Funktionäre mit eingeschlossen werden, nährte er doch die Machtverliebtheit nicht nur eine absolute Mandatsmehrheit zu haben sondern auch eine absolute Stimmenmehrheit in die Scheune gebracht zu haben.

Zu Stronach äußert sich schließlich auch die in Niederösterreich mit ihrem Team gebeutelte Parteiobfrau Barbara Rosenkranz im Interview mit Zur Zeit:

Erstmals ist allerdings mit dem Team Stronach ein neuer politischer Mitbewerber aufgetreten, der, begünstigt durch Medien und unglaubliche finanzielle Ressourcen, für Erwin Pröll „Her Majesty s Opposition“ wurde – eine installierte Pseudo-Opposition. Es wurde durch die Medien ein Scheinduell inszeniert zwischen Erwin Pröll als Regierender und Frank Stronach als scheinbare Opposition. Tatsächlich handelt es sich aber bei Stronach um jemanden, der vom schwarz-roten System profitiert hat und dies auch immer noch tut.

Rosenkranz hofft nun auf ein „kluges Gesamtkonzept“, mit dem die FPÖ dem Team Stronach die Stirn bieten solle.

Der Lage in Kärnten widmet sich Zur Zeit intensiv unter dem Hefttitel „Das Ende des Haider-Projekts – Der Absturz“. Weitere Themen:

  • Hochnervöse Genossen – Darabos tritt endlich zurück
  • Der Bär zeigt die Krallen – Russland widersetzt sich der Einkreisungsstrategie der USA
  • Wider die natürliche Ordnung – Europäischer Menschenrechtsgerichtshof auf Seite der Schwulen
  • Krieg dem Westen – Die bedrohliche Entwicklung des Islamismus und das Selbstverständnis der „Gotteskrieger“

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