Ungarisches Parlament gedachte der vertriebenen Deutschen

Das ungarische Parlament gedachte am 11. März 2013 der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Nun wurde beschlossen, dass jeweils am 19. Jänner eines Jahres dieses Gedenken begangen werden soll. Ungarn ist das erste Land, das einen regelmäßigen Gedenktag für die seinerzeit vertriebenen deutschen Landsleute eingeführt hat. Im Jänner 1946 jagte das von der sowjetischen Besatzung eingesetzte Regime die deutsche Bevölkerung aus dem Land. Die Sowjets und ihre kommunistischen Verbündeten in Ungarn lieferte nach 1945 das Argumentarium der Kollektivschuld als Vorwand für die Vertreibung der deutschen Minderheit

Bereits 1995, sechs Jahre nach Ende des kommunistischen Regimes in Budapest, entschuldigte sich das offizielle Ungarn für die Verbrechen, 2006 folgte die Errichtung einer Landesgedenkstätte und eines Denkmals in Budapest, im Jahr 2007 gab es eine Gedenkkonferenz zur Vertreibung der Deutschen im ungarischen Parlament. An der diesjährigen Gedenkfeierlichkeit im Budapester Parlament nahmen unter anderem der ungarische Präsident Laszlo Köver, der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (CDU), teil.

Vertriebenenpräsidentin Steinbach dankte den Ungarn

Steinbach dankte in ihrer Grußadresse vor für das Gedenken an die Deutschen, das im ungarischen Parlament einstimmig über alle Parteigrenzen hinweg beschlossen worden war:

Ich begrüße nicht nur, dass Ungarn damit seiner Verantwortung gegenüber den ehemaligen deutschen Landsleuten gerecht geworden ist sondern ich freue mich auch über die herzlichen und aufrichtigen Worte, die der ungarische Präsident Laszlo Köver in seinem Einladungsschreiben dazu gefunden hat.

Köver hatte die Entscheidung für das Gedenken ausdrücklich gelobt:

Mit Betracht auf die Ereignisse der Gegenwart ist es uns ein besonderes Anliegen, mit solchen Beschlüssen und Entscheidungen Maßstäbe zu setzen und zu zeigen, dass keine Bevölkerungsgruppe diskriminiert werden darf. Man darf zwischen den Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Überzeugung keinen Unterschied machen, denn wo eine Minderheit ihrer Rechte beraubt werden kann, kann dies auch der Mehrheit widerfahren. Ungarn ist und bleibt ein starker Befürworter der universellen Menschenrechte und der Grundfreiheiten.

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