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Mediensterben schafft Platz für neue Meinungsvielfalt

15. März 2013 - 2:00

Weltweit sind klassische Medien in der Krise. In den USA zog sich das renommierte Magazin Newsweek vom Print-Markt zurück und ist nur noch online verfügbar. In Deutschland schlitterte die linksextreme Frankfurter Rundschau in die Pleite und wird nun von der konservativen FAZ übernommen. In Österreich ist der Personalabbau in fast allen Zeitungsverlagen ein Gebot der Stunde. Händeringend werden „Synergien“ gesucht – zwischen verschiedenen Blättern eines Verlags oder zwischen Print- und Online-Redaktionen. Geradezu verzweifelt bettelt der Verband österreichischer Zeitungsherausgeber (VÖZ) um einer Erhöhung der Presseförderung – aber nicht etwa um eine „Inflationsanpassung“, sondern gleich um eine Verfünffachung auf rund 50 Millionen Euro jährlich. Für die Regierungspolitiker eine günstige Gelegenheit, sich Wohlwollen zu erkaufen, die sie wohl nicht ungenützt vorüber ziehen lassen.

Frank kauft sich Zeitungen

Den Boulevard sackt inzwischen Frank Stronach mit seinen Werbemillionen ein. Die weniger von Lesern als von Inserenten gekaufte Tageszeitung Österreich mutiert immer mehr zur Hauspostille des Milliardärs. Herausgeber Wolfgang Fellner – die wohl groteskeste und zugleich gewissenloseste Figur der heimischen Medienlandschaft – bezeichnet Stronach liebevoll als „skurril-kultig“ – genauso will ihn die Marketing-Abteilung des Teams der ausrangierten Politiker positioniert wissen. Damit einher geht ein auf Erfindungen und Verleumdungen basierendes Dirty Campaigning gegen die Freiheitlichen. Die Konkurrenz aus dem Hause Dichand schaut parallel dazu darauf, dass auch die SPÖ genügend gute Presse bekommt. Liebschaften zwischen Krone bzw. Heute und den Öffentlichkeitsarbeiterinnen im Kanzleramt sind dafür Symbol, millionenschwere Inseratenaufträge aus der roten Regierungshälfte und der Stadt Wien Garant.

Genauso unverschämt wie der Versuch der Zeitungen, mit willfähriger Berichterstattung die Geldschleusen offen zu halten, ist der Versuch des ORF, auch jene Menschen abzukassieren, die gar keinen Fernseher besitzen. Die Haushaltsabgabe sorgt derzeit in Deutschland für einen Sturm der Entrüstung und die Chancen stehen gut, dass die gegen diese verdeckte Steuer aufbegehrenden Wutbürger sich juristisch durchsetzen werden. In Deutschland haben die öffentlich-rechtlichen Kanäle von ARD und ZDF nur noch einen Marktanteil von 9 Prozent, auch in Österreich sind die ORF-Quoten im Sinkflug. Warum sollen immer mehr Menschen das bezahlen, was immer weniger Leute sehen wollen?

Die Systeme kämpfen ums Überleben

Hier kämpfen zwei miteinander verwobene, ja geradezu verfilzte Systeme um ihr nacktes Überleben: Politik und Medien. Die wechselseitige Abhängigkeit ist enorm. ORF und Zeitungen stützen die Regierungspolitik und gehen auf die Opposition los. Die herrschenden Parteien revanchieren sich mit Geld, um die nicht marktfähigen Zeitungen und Fernsehstationen am Leben zu erhalten und das Aufkommen alternativer Medien zu verhindern. Das von vielen vorhergesagte Zeitungssterben wäre in Wahrheit ein Segen für die Demokratie. Weg mit Medien, die am Geschmack und allzu oft auch an den gesellschaftlichen Werten und politischen Einstellungen der Bürger vorbei produzieren! Der Kahlschlag ist nötig, um endlich Platz zu schaffen für neue, marktgerechte Angebote. Die Meinungsvielfalt wäre dadurch keine Sekunde in Gefahr. Sie ist in den staatlich geförderten Medien ohnehin längst abgeschafft, kann nur durch einen grundlegenden Wandel neu entstehen.

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