Beppe Grillos Protestpartei steht vor ernster Zerreißprobe

Zu einer ersten Zerreißprobe kommt es in der noch jungen Protestpartei des ehemaligen Komikers Beppe Grillo. Nachdem einige seiner Parteigenossen aus den Reihen der Partei Fünf Sterne (M5S) den Kandidaten der Linksdemokraten Petro Grasso zum Senatspräsidenten mitgewählt haben, fordert Grillo Konsequenzen. Er möchte den sofortigen Rücktritt jener M5S-Senatoren, die für Grasso ihre Stimme abgaben, und verurteilt die eigenen Parteifreunde wegen ihres Abweichlertums.

Grillo ist erbost über die Unterstützung des Linksdemokraten, da er seine Parteifreunde kurz vor der Abstimmung am Samstagabend noch unmissverständlich aufgefordert hatte, leere Stimmzettel zu verwenden und keinen der Kandidaten des Links- oder Rechtsblocks zu wählen. Eine Allianz mit den etablierten Parteien kommt für Grillo nicht in Frage.

Wie reagiert Grillo auf die Meuterei?

Nun gibt es erste offene Differenzen mit seiner eigenen Gefolgschaft. Der Fraktionsführer von Grillos Partei im Senat, Luis Alberto Orellana, verteidigte die Stimmabgabe für Grasso. Er lehne es ab, von einer „Fernbedienung“ politisch gesteuert zu werden. Beobachter der römischen Szene sind nun gespannt, welche Konsequenzen Grillo aus der Rebellion seiner Anhänger zieht. Manche halten es für möglich, dass er die Abweichler aus seiner Bewegung wirft. Andere meinen gar, er werde selbst die Konsequenzen ziehen und der italienischen Innenpolitik vollständig den Rücken kehren.

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