Österreichische Bankkunden befürchten Zwangsabgabe

20. März 2013 - 21:00

Kein Vertrauen haben die österreichischen Bankkunden in die Regierungspolitik und insbesondere in Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP). Diese hatte gemeinsam mit den anderen Euro-Finanzministern beschlossen, dass Zyperns Sparer zu einer Zwangsabgabe auf ihre Bankguthaben verdonnert werden. Eine solche Maßnahme fürchten die Bürger nun auch in Österreich. Eine Umfrage, die das Meinungsforschungsunternehmen Humaninstitut zwischen dem 17. und 19. März 2013 durchgeführt hat, spricht eine eindeutige Sprache.

55 Prozent befürchten Zwangsabgabe

Immerhin 55 Prozent der befragten Bürger befürchten, dass auch in Österreich eine ber Nacht eingeführte Zwangsabgabe jederzeit möglich ist. Nur 32 Prozent, und damit nicht einmal ein Drittel, können sich eine solche Maßnahme derzeit nicht vorstellen. Die Urheberschaft für diese Vorgehensweise, wie sie für Zypern dekretiert wurde, ist ebenfalls klar zugeordnet. 41 Prozent halten die Europäische Union für verantwortlich, 32 Prozent die Banken und 22 Prozent die jeweiligen Regierungen.

Auch das Vertrauen in die Sicherheit der österreichischen Spareinlagen hat sehr gelitten. Nur mehr 12 Prozent halten diese für „sehr sicher“, weitere 42 Prozent für „sicher“. 36 Prozent halten sie für „wenig sicher“ und 10 Prozent für „gar nicht sicher“. In die Schutzschirme und Hilfspakete der Europäischen Union haben die Österreichnoch viel geringeres Vertrauen. Für 52 Prozent haben diese Instrumente bevorzugt den Banken geholfen, für weitere 29 Prozent der Politik und nur für 4 Prozent den zu schützenden Bürgern.

Zwangsabgaben wie in Zypern sind Ende der EU

Große Auswirkungen könnte die Eskalation in Zypern auf das weitere Schicksal der Europäischen Union haben. Immerhin 51 Prozent sehen Anzeichen für ein „Ende der Europäischen Union.“ Die bisherigen Bemühungen der EU zur Krisenbewältigung halten 57 Prozent für erfolglos, weitere 24 Prozent halten sie für „hilflose Versuche“ und nur 6 Prozent für erfolgreich.

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