Wollte ÖVP-Landesrätin Berichterstattung kaufen?

Eine bemerkenswerte Geschichte über den angeblichen Versuch, sich wohlwollende Berichterstattung zu “kaufen”, veröffentlichte die Tageszeitung Der Standard. Es geht um einen Aktenvermerk einer Besprechung der steirischen Krankenanstaltengesellschaft KAGES aus dem Jahr 2011, der von Zeitungsartikeln handelt, die positiv über die KAGES und die zuständige Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) berichten sollen. Insgesamt ist von 180.000 Euro die Rede, davon sollen 130.000 für die Kleine Zeitung und 50.000 für die Kronen Zeitung gewidmet gewesen sein. Zahlen sollte die KAGES und damit der Steuerzahler. Jetzt ist eine Diskussion über die politische und mediale Kultur in der Steiermark entbrannt.

Alle Varianten der kommunikativen Begleitung angedacht

Konfrontiert mit dem Aktenvermerk, wollen weder die KAGES noch die zuständige ÖVP-Landesrätin Edlinger-Ploder von etwas wissen. Ein KAGES-Sprecher wird zitiert, dass 2011 “alle Varianten der kommunikativen Begleitung der Veränderung der Angebotsstruktur” angedacht worden seien, darunter auch eine “regionalisierte Kampagne”. Die schwarze Landesrätin gab überhaupt keine Stellungnahme zu den aufklärungsbedürftigen Vorgängen rund um den  möglichen Berichterstattungskauf ab.

Kleine Zeitung bestätigt  Kontaktaufnahme der KAGES

Die beiden Hauptverantwortlichen der Kleinen Zeitung, Chefredakteur Hubert Patterer und Verlags-Geschäftsführer Dietmar Zikulnik, bestätigten in einer Stellungnahme, dass die KAGES an die Anzeigenleitung herangetreten sei, um die Möglichkeit einer Inseratenkampagne zu erörtern und “die geplante Strukturreform der steirischen Spitäler werblich zu begleiten”. Laut Kleine Zeitung kam es allerdings zu keinem konkreten Auftrag. Patterer und Zikulnik sehen ihr Medium jedenfalls im Ruf “geschädigt”.

Inzwischen beschäftigt sich auch der steirische Landtag mit den Vorwürfen. Der Klubobmann der FPÖ, Georg Mayer, erwartet von der auf Tauchstation gegangenen Landesrätin Edlinger-Ploder eine dringende Stellungnahme. Für die FPÖ ist Edlinger-Ploder bei einer Bestätigung der im Aktenvermek wiedergegebenen Gespräche rücktrittsreif.

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