Sarkozy im Fadenkreuz der französischen Justiz

Der christdemokratische ehemalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy steht im Fadenkreuz der Justiz. Ein Jahr nach dem Ende seiner Amtszeit erhebt der Pariser Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil Anklage. Der von Gentil formulierte strafrechtliche Vorwurf geht auf eine im Jahr 2007 durch die heute 90-jährige L Oreal-Erbin Liliane Bettencourt gegebene großzügige Wahlkampfspende zurück. Sarkozy habe damals die „Schwäche der L Oreal-Erbin“ ausgenutzt, behauptet die Justiz.

Der Anwalt des Ex-Präsidenten bestreitet alle Vorwürfe gegen Sarkozy. Dieser habe „keinen Cent“ von Bettencourt bekommen. Demgegenüber behauptet der Rechtsvertreter, dass Gentil „parteiisch“ handeln würde, da er bereits in der Vergangenheit sowohl gegen Jacques Chirac als auch gegen Sarkozy Stellung bezogen habe und Letzterm mangelnden Kampf gegen Korruption vorgehalten habe. Auch der enge politische Berater Sarkozys und UMP-Abgeordnete Henri Guaino schoss sich mittlerweile auf den Untersuchungsrichter ein.

Viele Parteifreunde Sarkozys sehen dessen mögliches Antreten bei den Präsidentenwahlen 2017 gefährdet. Dem Ex-Präsidenten drohen bis zu drei Jahre Haft, 375.000 Euro Geldstrafe und darüber hinaus fünf Jahre Unwählbarkeit.

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