Hollande lässt Gegner der Homo-Ehe mit Polizeigewalt bekämpfen

Mit Polizeigewalt ging die Pariser Polizei gegen friedlich demonstrierende Gegner der von Staatspräsident Francois Hollande eingeführten Homo-Ehe vor. Nach dem Ende einer Großkundgebung der konservativen Homoehen-Gegner setzten Sicherheitskräfte des sozialistischen Innenministers Manuel Valls nahe der Prachtstraße Champs-Élysées Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten ein. Der Innenminister rechtfertigte den Einsatz mit dem Pauschalurteil, unter den friedlichen Demonstranten hätten sich „extremistische Gruppierungen“ befunden. Der Chef der christdemokratischen UMP, Jean-Francois Copé, der ebenfalls an der Kundgebung teilnahm, fordert Aufklärung und Rechenschaft durch Hollande.

Veranstalter sprechen von bis zu 1,4 Millionen Teilnehmern

Die Veranstalter der durch rote Polizeigewalt aufgelösten Großkundgebung gegen Homo-Ehe und Adoptionsrecht für Schwule und Lesben gingen von bis zu 1,4 Millionen Teilnehmern aus. Sie trugen Schilder mit dem Slogan „Wir wollen Arbeit und keine Homo-Ehe“. Die Champs-Élysées, wo sich auch der Sitz von Staatspräsident Hollande befand, waren allerdings nicht für eine Kundgebung zugelassen, so die Polizei. Neben Oppositionsführer Copé forderte auch die ehemalige konservative Wohnbauministerin Christine Boutin den Rücktritt des Innenminister und des Pariser Polizeipräsidenten.

Bereits am 12. Februar hatte die Nationalversammlung mit den Stimmen von Sozialisten und Kommunisten die Homo-Ehe beschlossen. Seitdem reißen die landesweiten Kundgebungen gegen dieses „Familienrechtspaket“ Hollandes nicht ab. Nach Ostern soll sich ab dem 4. April der französische Senat mit der Homo-Ehe befassen. Dort hat Hollande allerdings keine eigene Mehrheit und ist auf Leihstimmen von Zentristen und Linksliberalen angewiesen. Beobachter sind gespannt, ob diese Hollande unterstützen oder ihn wie bei der Vermögenssteuer vor Weihnachten stoppen.

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