Zu ehrlich: Dijsselbloem ist der neue Buhmann der Eurokraten

Der niederländische Sozialdemokrat und Finanzminister Jeroen Dijsselbloem nahm sich kein Blatt vor den Mund. Nach der Eingung, dass Anleger mit Bankguthaben von über 100.000 Euro rund 40 Prozent „Zwangsabgabe“ zur Gesundung ihrer maroden Bankinstitute auf Zypern beitragen müssen, hat der Niederländer diese Strategie Brüssels als neuen Plan der Eurozone offengelegt. Auch andere Banken sollten so „gerettet“ werden. Wenn es bei einer Bank Risiken gebe, die die Bank allein nicht in den Griff bekommt, „dann bitten wir die Aktionäre und Gläubiger zur Rekapitalisierung der Bank beizutragen und wenn nötig auch die nicht-versicherten Kontoinhaber“, sagte Dijsselbloem und konterkarierte damit die Schwüre seiner Finanzminister-Kollegen, wonach Zypern ein Sonderfall sei, der sich so nirgends anders wiederholen werde.

Strebt Dijsselbloem das Ende des ESM an?

Der nun vorgegebenen Kurs, einer „Selbstrettung“ durch Anleger und Aktionäre, könnte das vorzeitige Ende des ESM  bedeuten. Der 700 Milliarden Euro schwere Fonds sollte ab Mitte 2014 zur Rekapitalisierung der Banken genutzt werden, sobald die EZB die Bankenaufsicht in ganz Europa übernommen hat. Derzeit sind die Eurozonenbürger jedoch in einer Doppelmühle gefangen, einerseits haften sie als Anleger, andererseits als Staatsbürger und Steuerzahler für die Finanzwirtschaft.

Mit seinen überraschend ehrlichen Aussagen wurde Dijsselbloem jedenfalls über Nacht zum Buhmann der Eurokraten. Kritik äußert vor allem auch sein Vorgänger Jean Claude Juncker, der sich in soclhen Situationen wohl eher an den von ihm selbst getätigten Aussprch „Wenn es ernst wird, mus man lügen“ hielt. Dass der Euro-Elite, den Märkten und auch den meisten Medien der Lügner Juncker lieber ist als sein ehrlicher Nachfolger, sagt viele aus. Im Fall des Nachrichtenmagazins Format beispielsweise ist die Dijsselbloem-Beschimpfung („begrenzt intelligent“ und „gefährlich“) kaum verwunderlich, steht das Blatt doch über die NEWS-Gruppe im Vierteleigentum der Raiffeisen-Zentralbank.

Menschen in Österreich in Sorge, aber nicht in Panik

Wie die Menschen vor den heimischen Bankfilialen die Gefahr für ihr Geld aktuell einschätzen, darüber berichtet das aktuelle FPÖ-TV-Magazin.

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