Slowenien könnte nächster Euro-Rettungskandidat werden

Österreichs südlicher Nachbarstaat Slowenien könnte schon bald zum nächsten Rettungskandidaten in der Eurozone werden. Auch in Slowenien sind die Banken das große Sorgenkind. Vor einigen Tagen mahnte die slowenische Notenbank die Regierung der neuen linken Ministerpräsidentin Alenka Bratusek, sie solle verhindern, dass das Land zum nächsten Schauplatz des Ringens um ein Rettungspaket innerhalb der Euro-Zone werde. Gefordert wird ein raschr Plan zur Rettung maroder Banken.

Banken kämpfen mit Krediten

Große slowenische Kreditinstitute wie etwa „Nova Kreditna Banka Maribor“ oder „Nova Ljubljanska Banka“ kämpfen mit notleidenden Krediten, die bis zu 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen könnten. Das sind mehr als sieben Milliarden Euro. Gleichzeitig schreiben die Banken rote Zahlen. So hat etwa Nova Ljubljanska, die größte Bank des Landes, allein für das Jahr 2012 einen Verlust von 275 Millionen Euro ausgewiesen und liegt damit bereits zum vierten Mal in der Verlustzone. Die „Nova Kreditna Banka Maribor“ verzeichnete im Vorjahr einen Verlust von 205 Millionen Euro. Das Bankensystem hat eine Bilanzsumme von 140 Prozent des BIP erreicht, sodass eine verschärfte Bankenkrise die gesamte Volkswirtschaft mit sich reißen könnte.

Staatsschulden steigen bis auf 150 Prozent des BIP

Laut Experten wird die Staatsschuldenquote in den nächsten Jahren von 87 Prozent des BIP (2012) auf stattliche 150 Prozent anwachsen. Die Finanzmärkte reagieren mit Skepsis auf die Entwicklung in Slowenien. So sprangen die Zinsen für slowenische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zuletzt auf 6,2 Prozent. Den akuten Rekapitalisierungsbedarf der Banken schätzte der IWF im Jahr 2013 auf etwa eine Milliarde Euro, den der Gesamtwirtschaft auf drei Milliarden Euro.

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