EZB bestätigt Enteignungspläne für private Bankguthaben

Vor einer knappen Woche hatte der niederländische Finanzminister und Eurogruppenchef Jereon Dijsselbloem für die Eurokraten die Büchse der Pandora geöffnet: Private Bankguthaben sollen ab sofort zur Sanierung der angeschlagenen Finanzinstitute herangezogen werden. Nun wird Dijsselbloem durch seinen Landsmann Klaas Knot bestätigt. Das EZB-Ratsmitglied bestätigt: Eine Heranziehung privater Bankguthaben soll in der Zukunft Teil einer europäischen Liquidierungspolitik sein.

Laut Knot soll eine ganzheitliche Restrukturierung des europäischen Bankensektors nach dem Zypern-Vorbild vorgenommen werden. Der niederländischen Branchenzeitung Het Financieele Dagblad sagte er: „Es gibt an den Aussagen von Dijesselbloem nichts auszusetzen. Der Inhalt seiner Bemerkungen bezieht sich auf einen Weg, der schon länger in Europa diskutiert wird. Dieser Weg wird Teil des Prozesses sei, wie in Europa Banken liquidiert werden.“

Risiko geht auf Bankkunden über

Damit verschieben sich die Risikoparamenter zu Lasten der Bankkunden. Bisher durften zumindest die Anleger in der Europäischen Union und insbesondere den Eurostaaten darauf vertrauen, dass Einlagensicherung und Bankenaufsicht für ein einschätzbares Finanzsystem sorgen, in dem die Guthaben einigermaßen abgesichert sind. Vor allem für die mittelständische europäische Wirtschaft und die Arbeitnehmer bzw. Konsumenten beginnt nun aber die Zeit der Unsicherheit. Überweisungsgeschäfte und Ansprüche gegenüber einem Bankinstitut werden bei jeder Transaktion zum Risikogeschäft. Wenn die Einlagen auf den Banken aber in Zukunft nicht mehr sicher sind, dann könnte man sehr bald wieder in archaische Zeiten des Wirtschaftens zurückkehren: zum Tages- oder Wochenlohn bzw. zu Bargeldbeständen unter dem Kopfpolster oder im Sparschwein zu Hause. Die Zeiten von E-Banking, Bankomatkarte und Kreditkarten wäre zu Ende.

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