Chemotherapie fördert Krebs, statt ihn zu bekämpfen

4. April 2013 - 16:08

Eine Studie des Fred-Hutchinson-Krebsforschungsinstituts hat überraschend ergeben, dass die Behandlung eines krebskranken Menschen mit der üblichen Chemotherapie die Chancen erhöht, an Krebs zu sterben. Ein Bericht der NY Daily News erläutert die wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Mit einer Chemotherapie sollen Krebszellen bekämpft werden, indem das Gewebe mit Medikamenten behandelt wird, die das Wachstum hemmen. Natürlich betrifft dies auch andere, gesunde Zellen (weswegen beispielsweise das Haarwachstum gehemmt wird). Bisher dachte man, dass die sich schnell vermehrenden Krebszellen den größten Schaden davontragen.

Medikamente schützen die Krebszellen

Nun entdeckten die Forscher, dass gesunde Zellen, die von den Chemikalien angegriffen wurden, ein bestimmtes Protein namens WNT16B absondern. Dieses Protein fördert das Wachstum der Krebszellen und schützt sie sogar vor weiterer Behandlung. Die beschädigten Zellen geben das Protein direkt an die benachbarten Krebszellen weiter, wie ein Autor der Studie berichtet: "Das abgesonderte WNT16B interagiert mit den Tumorzellen in der Nähe und ermöglicht ihnen zu wachsen, anzugreifen und vor allem weiterer Therapie zu widerstehen."

Ursprünglich sollte mit der Studie erforscht werden, wieso Krebszellen im menschlichen Körper - im Gegensatz zu Laborexperimenten - so schwer zu bekämpfen sind. Denn in der Krebsbehandlung funktioniert die Bekämpfung der Tumore anfangs meist gut, bis sich schnelleres Wachstum und hohe Widerstandsfähigkeit einstellen. Die Erkenntnisse der Studie, die auf Prostatakrebs beruhen, wurden bereits bei Brust- und Eierstockkrebs bestätigt.

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