Zypriotischer Finanzminister wurde ausgetauscht

Der bisherige zypriotischer Finanzminister Michalis Sarris musste nur wenige Tage nach dem Abschluss des sogenannten „Rettungspaketes“ für sein Heimatland seinen Sessel räumen. In politischen Kreisen Nikosias kommt der Rücktritt des bisherigen Chefverhandlers offensichtlich nicht überraschend. So soll dem Finanzfachmann Sarris, der 2005 bis 2008 und wieder ab 1. März 2013 im Amt gewesen ist, vor allem seine frühere Rolle als Vorstand der nun abzuwickelnden Laiki-Bank zum Verhängnis geworden sein.

Zusätzlich werden ihm auch noch seine unglückliche Rolle bei den Verhandlungen mit der russischen Regierung und sein Eingeständnis, dass Staatspräsident Anastasiades frühzeitig von den Zwangsabgaben auf Bankguthaben gewusst haben soll, zum Vorwurf gemacht. Vor allem die entzogene Unterstützung durch das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche, Erzbischof Crysostomos II., soll schlussendlich zum Aus für Sarris geführt haben.

Sarris-Nachfolger soll bisheriger Arbeitsminister Georgiades werden

Nachfolger von Sarris als Finanzminister soll der bisherige christdemokratische Arbeitsminister Charis Georgiades werden. Eine der ersten Aufgaben des zukünftigen Finanzministers wird es sein mitzuhelfen, die ungeklärten Geldabflüsse vor Abschluss des Rettungspakets zu untersuchen. Insgesamt sollen 136 zypriotische Firmen, darunter auch Staatsunternehmen, eine Summe von mehr als 700 Millionen Euro außer Landes geschafft haben. Die Gelder sollen alle von den beiden Großbanken Laiki und Bank of Cyprus stammen.

Zwischenzeitlich hat sich auch der über seine Familie mutmaßlich selbst betroffene Staatspräsident Anastasiades in die Causa eingeschaltet und eine vom Parlament eingesetzte Kommission aus drei ehemaligen Richtern vereidigt. Unter anderem sollen auch die in der Öffentlichkeit scharf kritisierte Kapitalflucht des Schwiegersohns des Staatspräsidenten und die Gebarung seiner ehemaligen Anwaltskanzlei untersucht werden.

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