Missstände bei Jugendamt überfordern Grazer Vizebürgermeisterin

Seit Herbst soll es in einer Einrichtung für betreutes Wohnen der Stadt Graz zu mehreren Vergwaltigungen gekommen sein. Die Taten wurden vermutlich über Monate hinweg begangen. Dabei sollen drei 17-jährige Burschen ein jüngeres Mädchen immer wieder gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Warum so lange nichts unternommen worde? „Bei einer Befragung verneinten alle Bewohner die Vorwürfe“, so Vizebürgermeisterin Martina Schröck (SPÖ).

Kindesmisshandlung und Vernachlässigung aufgedeckt

Nun brach eine Mitbewohnerin das Schweigen, woraufhin ihre Mutter Anzeige erstattete und den Fall wieder ins Rollen brachte. Während die Mädchen auf eigenen Wunsch weiter in der WG bleiben, befinden sich die drei mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft.

Doch nicht nur damit muss sich die für Soziales verantwortliche Vizebürgermeisterin auseinander setzen. Polizisten berichteten Anfang März in einem Brief an Bürgermeister Nagl (ÖVP) von Untätigkeit des Jugendamtes. Ein 9-jähriges Mädchen soll ständigen Misshandlungen ihrer Mutter ausgesetzt gewesen sein. In der Krankenakte der jungen Patienten fand man über 200 Einträge diese Art. Sie und ihre jüngere Schwester hausten gemeinsam mit ihrer Mutter in einer verwahrlosten Wohnung. Während das ältere Mädchen klinisch betreut wird, lebt die jüngere Schwester immer noch bei der Mutter.

Schröck weist die Vorwürfe gegen des Jugendamt mit der Begründung zurück, das Amt habe die Fürsorge beantragt, das Gericht jedoch abgelehnt. Ein Generalrezept habe die Vizebürgermeisterin für Vorfälle dieser Art aber nicht. Es gelte nun jedenfalls, das Geschehene aufzuarbeiten, so die SPÖ-Politikerin gegenüber der Tageszeitung Die Presse.

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