Technisch hochgerüstete Schaufensterpuppen spionieren Konsumenten aus

Georg Orwells „großer Bruder“ aus dem Bestsellerroman „1984“ ist in der modernen Geschäftswelt offensichtlich längst Realität. Die italienische Firma Almax hat gemeinsam mit der „Polytechnik-Universität“ in der Industrie- und Handelsmetropole Mailand das System „EyeSee-Mannequins“ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine eigene Software, die Voraussetzungen dafür schafft, dass Schaufensterpuppen mit Hilfe eingebauter Kameras „spionieren“ können. Diese technisch hochgerüsteten Schaufensterpuppen sollen bereits in mehreren EU-Staaten im Einsatz sein. FPÖ-Nationalrat Josef Riemer geht dieser „Innovation“ nun in einer Anfrage an den für Datenschutz zuständigen Bundeskanzler auf den Grund.

Schaufensterpuppen erstellen Kundenprofile

Die eingesetzten „EyeSee-Mannequins“ sind in der Lage, höchstpersönliche Merkmale, wie das Geschlecht, die Herkunft und das Alter der Kunden zu speichern. Gemeinsam mit „Sekundärdaten“ wie Bilddokumenten aus den Videoüberwachungskameras und den Identifikationsdaten der verwendeten Bankomat-, Kredit- und Kundenkarten sowie der an den Waren angebrachten elektronischen Etiketten kann ein vollständiges Kundenprofil angefertigt werden.

Diese neue Methode der Profilerstellung ist selbst unter Handelsexperten höchst umstritten. Während etwa der Chef der Beratungsfirma Luxe Corp., Uche Okonkowo, zitiert wird, er finde den Einsatz dieser neuen Methode „fantastisch“, sind andere wie Luca Solca, Handelsexperte von Exane BNP Paribas, weit weniger begeistert. Solca findet diese Kundenanalyse schlichtweg „gruselig“.

FPÖ möchte datenschutzrechtliche Bewertung durch Faymann

Vor diesem Hintergrund hat sich jetzt auch eine konsumenten- und datenschutzrechtliche Diskussion in Österreich entwickelt. Josef Riemer setzt beim Datenschutz an und möchte vom zuständigen Bundeskanzler Werner Faymann eine Bewertung dieser neuen „Handelsspionage“. Faymann soll dem Parlament Auskunft geben, ob diese neue datenschurzrechtlich relevante Bedrohung auf EU-Ebene bereits rechtlich und politisch bewertet worden ist, welches Ergebnis es gibt und ob es aus der Sicht des Bundeskanzlers zu einem Verbot dieser neuen Methode der Kundenanalyse kommen soll.

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