Tödlicher Angriff auf Christen bei koptischem Bergäbnis in Kairo

Immer neue Gewalttaten von Seiten radikaler Islamisten an koptischen Christen finden aktuell in Ägypten statt. Vor wenigen Tagen kam es zu Ausschreitungen durch Salafisten in der ägyptischen Provinz Kalyubiya, bei denen vier Kopten ermordet wurden. Anlässlich der Trauerfeierlichkeiten in der Markus-Kathedrale in Kairo kam es erneut zu Übergriffen von fanatisierten Islamisten gegenüber koptischen Gläubigen. Ergebnis: Ein koptischer Christ wurde getötet. Zahlreiche weitere Christen wurden zum Teil schwer verletzt.

Mursi hat radikalisierte Anhänger nicht mehr im Griff

Der vor allem durch den extremen Flügel der Islamisten politisch unterstützte Staatspräsident Mohammed Mursi hat offensichtlich seine eigenen Anhänger nicht mehr im Griff.  Während der am Sonntag stattgefundenen Trauerfeierlichkeiten in der christlichen Kathedrale hatten koptische Christen Parolen gegen den islamistischen Staatspräsidenten gerufen. Als Reaktion darauf griff ein radikalisierter Islamistenblock die Christen mit Schusswaffen, Brandsätzen und Steinen an. Mursi sah sich durch das Ausmaß der Ausschreitungen zu einem ungewöhnlichen Schritt veranlasst – er nahm sogar Kontakt mit dem „Papst“ der koptischen Kirche, Tawadros II auf, um sich über eine Beruhigung zu verständigen. Gleichzeitig ordnete Mursi eine Untersuchung der Vorgänge in Kalyubiya und Kairo an.

Im muslimisch regierten Ägypten leben aktuell acht Millionen Kopten, sie stellen etwa zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung. Seit Oktober 2011 kommt es immer wieder zu heftigen Gewaltausbrüchen. Damals nahmen die Gewalttaten ihren Ausgang mit insgesamt 26 Toten.

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